Nachhaltigkeits-Challenge für zuhause

Kinderhand nass vom Regen

Seitdem das Corona-Virus aufgetaucht ist, mussten viele liebevoll geplante Klima-Projekte und Umwelt-Wochen an Schulen ausfallen oder verschoben werden. Verständlicherweise trauen sich viele Lehrkräfte nicht, in diesen unsicheren Zeiten ein Projekt zu planen. Hier möchten wir einige Anregungen geben, wie bei den Schülerinnen und Schülern trotz strengen Hygienekonzepten und Abstandsregeln das Bewusstsein für Klima und Nachhaltigkeit geschärft werden kann.

Umweltbewusstsein muss im Alltag ankommen

Bevor die Corona-Pandemie ausbrach, haben Praxisprojekte meist in der Schule stattgefunden. Das war nun einige Wochen lang undenkbar und auch jetzt lernt ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler noch mit digitalen Tools im Homeschooling. Sicherlich wäre ein Umwelt-Projekt einfacher durchzuführen, wenn die gesamte Klasse vor Ort ist. Allein schon, weil wir es so gewöhnt sind. Doch bei Themen wie nachhaltigem Konsumverhalten oder Umweltbewusstsein kann es auch eine große Chance sein, die Schülerinnen und Schüler zuhause zu erreichen. Schließlich ist das Ziel, den eigenen Alltag klimafreundlicher zu gestalten und dieses Wissen auch in die Familien zu tragen!

Die Challenge - so geht's!

Um im Homeschooling eine spaßige und spannende Möglichkeit zu geben, sich mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, haben wir uns die „Nachhaltigkeits-Challenge“ ausgedacht. Die genauen Regeln und Aufgaben können je nach Klasse und Alter angepasst werden. Das wichtigste ist die Freude bei der Beschäftigung mit den Klima-Themen!

Das Grundprinzip ist, dass es eine Sammlung von kleinen Aufgaben und Aktionen gibt, die direkt oder indirekt das Umweltbewusstsein fördern. Es gibt mindestens eine Aufgabe pro Tag. Das Ziel ist, so viele Aufgaben wie möglich zu meistern. Die Aufgaben können entweder alle auf einmal an die Lerngruppe geschickt werden oder jeden Tag eine. Zweiteres hat den Vorteil, dass es die Spannung steigert und die Motivation besser aufrecht erhalten wird. Die Schülerinnen und Schüler haben die Freiheit zu wählen, welche Aktionen sie wann machen wollen und können. Wichtig ist, dass nicht der Anspruch besteht, ALLE Aufgaben zu machen (denn die sind teilweise auch etwas umfangreicher).

Digitale Tools - alles kann, nichts muss

Für die Nachhaltigkeits-Challenge sollte im Idealfall eine Möglichkeit gefunden werden, mit der sich die Klasse gegenseitig berichten kann, was schon „gemeistert“ wurde. Sie kann zum Beispiel Fotos und Ideen senden oder ihre Erfahrungen teilen. Dafür bietet sich ein Gruppen-Chat an. Auf unserer Seite „Unterricht von zuhause“ haben wir einige kostenlose Programme vorgestellt. Doch selbst wenn die Kommunikation über digitale Medien aus bestimmten Gründen nicht klappt, kann die Challenge stattfinden. Schließlich können die Aufgaben auch einfach per Mail oder sogar per Post zugeschickt werden. Alternativ könnten Klassenkameraden, die einen Drucker haben, die Aufgabe ausdrucken und den Postboten spielen. Das steigert das Gemeinschaftsgefühl und sorgt für Bewegung.

Einige Beispiel-Aufgaben

Welche Aufgaben letztendlich in die Nachhaltigkeits-Challenge kommen, hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Es sollten mindestens sieben Aufgaben sein (also Dauer der Challenge mindestens eine Woche). Hier einige Vorschläge:

  • Müllsammel-Aktion in der eigenen Nachbarschaft
  • Bienenwachstücher basteln als Ersatz für Frischhaltefolie (eine Anleitung gibt’s z.B. hier)
  • Ein Mülltagebuch führen (wie in dieser Projektstory)
  • Kosmetik oder Waschmittel selber herstellen (wie in Vanessas Plastikfasten-Broschüre)
  • Elektroschrott im eigenen Haushalt sammeln und zum Recycling-Hof bringen
  • Einkaufstaschen aus alten Stoffresten nähen
  • Upcycling jeglicher Art (wie in dieser Projektstory)
  • Nachwachsende Lebensmittel anbauen statt wegwerfen (z.B. Lauchzwiebeln, mehr dazu hier)
  • Einen Einkauf ohne Plastikmüll machen
  • Mit der Replace-Plastik-App unverhältnismäßig verpackte Produkte scannen und die Hersteller darauf hinweisen
  • Film zum Thema Nachhaltigkeit schauen (z.B. „Plastic Planet„)
  • Brot selber backen (hier ein Rezeptvorschlag)
  • Ein Familienmitglied zum Thema Müllvermeidung oder Energiesparen interviewen (Anregungen dazu in unserem Beitrag „Grüne Schule“)
  • Einen Song oder ein Gedicht zum Thema Nachhaltigkeit schreiben (hier einige Nachhaltigkeits-Songs)
  • Den Müll, den man an einem Tag produziert hat, fotografieren
  • Einen „Schmierpapier-Stapel“ anlegen für einseitig beschriebene Blätter

Teilt eure Ideen!

Sicherlich fallen dir noch viele weitere passende Aufgaben ein. Wir würden uns freuen, wenn du deine Ideen mit uns und anderen Lehrkräften teilst und diese Liste noch länger wird! Schreib gern ein Kommentar unter diesem Artikel oder eine Mail an kontakt@das-macht-schule.net. Auf die besten Ideen wartet eine kleine Überraschung!

Und wenn du die Nachhaltigkeits-Challenge mit deinen Schülerinnen und Schülern gemeistert hast, wäre es toll, wenn du anderen Lehrkräften mit einer kleinen Projektstory weitere Inspiration und Motivation gibst!

Esther Hillmer

Esther Hillmer

Schulkontakt

Verantwortlich für den Kontakt zu Schulen bei Das macht Schule. Ihre Mission: Hilfe zur Selbsthilfe geben und Lehrkräften helfen, coole Praxisprojekte erfolgreich umzusetzen.

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