Schulen fordern zu recht: digitale Ausstattung, Wartung & Betreuung

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Deutsch-Französischen Digitalkonferenz 2016 in Berlin:

 

„Ich glaube, dass die Fähigkeit zum Programmieren eine der Basisfähigkeiten von jungen Menschen wird, neben Lesen, Schreiben, Rechnen.“

 

Zwei Jahre später, im letzten Quartal 2018, schaut sowohl die Hardware-Ausstattung in Schulen, als auch deren Wartungsmöglichkeiten und die dafür benötigte Lehrkräfte-Weiterbildung in diesem Bereich düster aus.

 

Das zeigt unter anderem die im letzten Monat herausgebrachte Studie „Gebäudequalität von Bildungseinrichtungen“ der GEW, bei der die digitale Ausstattung sich bei den Rückmeldungen als eine der dringlichsten Herausforderungen darstellte.

 

„82 Prozent der Befragten mahnen die Verbesserung der digitalen Ausstattung der Schulen als sehr wichtig oder wichtig an. 89 Prozent verlangen, dass die Bereitstellung zusätzlicher Gelder dafür höchste oder hohe Priorität haben müsse. Das ist für die bisherigen Bemühungen der Politik, Schulen an die digitale Entwicklung anzukoppeln, ein Armutszeugnis.“

sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe, bei der Vorstellung der Studie im September in Berlin. Für die 280.000 Mitglieder der Bildungsgewerkschaft ist die Untersuchung repräsentativ.

 

 

Auch in Bayern, dort wo der Landtagswahlkampf kurz bevor steht, ist die Digitalisierung an Schulen ein Thema, welches mehr in den Vordergrund rücken sollte: Dazu haben die mitgliederstärksten Verbände aller Gruppen der bayerischen Schulfamilie im Anschluss an eine Podiumsdiskussion am Montag in Karlstadt im Digital Media Lab einen gemeinsamen Aufruf verabschiedet mit dem Titel „Digital werden und menschlich bleiben“.

 

Darin fordern sie unter anderem eine bessere technische Ausstattung der Klassenzimmer, um sie für die Digitalisierung fit zu machen. Außerdem drängen die Spitzenverbände der bayerischen Schulfamilie auf einen Anschluss der Schulen an das leistungsstarke Internet mit 100 Mbit.

 

Weitere Forderungen sind, IT-Experten als hauptamtliche technische Systembetreuer mit je einer Vollzeitstelle für 500 Schüler einzustellen, mehr Ressourcen und Zeit für die Lehreraus- und -fortbildung in Sachen Digitalisierung vorzusehen und digitale Lehrmethoden zu testen und zu evaluieren. Mehr dazu könnt Ihr bei unserem Kooperationspartner, der Landeselternvertretung „LEV Bayern“ nachlesen.

 

Auch wir, von Das macht Schule, haben in unserer Kommunikation mit Lehrkräften und Schulleitern immer wieder die Erfahrung gemacht, dass entweder Hardware komplett fehlt oder sie nicht zeitgemäß ist.

 

Deshalb helfen wir im ersten Zuge mit der kostenlosen Vermittlung von Hardware-Spenden aus Unternehmen an Schulen. Unternehmen können auf pc-spende.de nicht mehr benötigte Hardware spenden und Schulen finden deren Angebote hier.

 

Zum besseren Verständnis, was eigentlich in diesen Geräten steckt und wie man sie im Zweifel auch reparieren kann, werden wir mit unserem nächsten Newsletter eine Projektvorlage zum Thema „Schüler-Reparaturwerkstatt“ veröffentlichen. Hier geht es zur Newsletter-Anmeldung.

 

Was als Herausforderung dennoch bleibt ist ein weiteres wichtiges Thema: Weiterbildung der Lehrkräfte und Wartung der Geräte.

 

Was sind eure Erfahrungen und Wünsche?

 

Wir bleiben am Ball!

 

 

Mit dem Raspberry Pi ein WLAN-Radio oder eine Wetterstation bauen. / Foto: St.-Georg-Gymnasium Bocholt

P.S.:

 

Um Schülerinnen und Schüler mit dem Programmieren vertraut zu machen, gibt es Mikrocontroller wie Raspberry Pi und Calliope Mini. Lehrkräfte, die im Unterricht mit ihnen arbeiten, machen gute Erfahrungen.

 

 

 

So zum Beispiel Tobias Hübner, wenn er mit seiner 7. Klasse Erzählperspektiven behandelt, setzen die Schülerinnen und Schüler den Einstieg ihres Lieblingsbuchs als Computerspiel um. Dazu nutzen sie einen kreditkartengroßen, fünf bis 35 Euro teuren Mini-Computer: den von einer britischen Stiftung entwickelten Raspberry Pi. Für die auf fünf Stunden verteilte Aufgabe verwendet die Klasse die für Kinder entwickelte Programmiersprache Scratch. Das ist weniger kompliziert als es klingt: „Es werden nur grundlegende Computerkenntnisse benötigt“, sagt der Deutsch- und Religionslehrer am Düsseldorfer Luisen-Gymnasium.

 

„Ich habe mir das auch selbst beigebracht.“

 

Seinen Blog findet Ihr hier (aktueller Blogbeitrag) und das Startup von ihm hier.

 

Außerdem interessant zu diesem Thema ist unserer Kooperationspartner die Hacker-School.

 


 

Passende Projektvorlagen:

Gratis Hardware & digitale Bildung

Schülerreparaturwerkstatt

 

Quellen:

Wie digital sind deutschland Schulen (GEW)

Bayerische Schulfamilie startet Aufruf zur Digitalisierung in Schulen (Handelsblatt)

Lernen mit dem Mini-Rechner (GEW)

Eine Antwort zu “Schulen fordern zu recht: digitale Ausstattung, Wartung & Betreuung”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.