Schüler-Reparaturwerkstatt

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Warum so ein Projekt gut ist

Hier können Jugendliche eine wichtige Alternative erproben: Reparieren statt Wegwerfen. Gleichzeitig ist die Schüler-Reparaturwerkstatt eine Chance zur Öffnung von Schule ins soziale Umfeld. Als Dauer-Projekt oder Wahlpflichtfach schafft sie Kontinuität und Verbundenheit mit der Idee für ein nachhaltiges Handeln und Wirtschaften. Reparieren macht Spaß und ist für die Beteiligten eine ungeheuer erfüllende Tätigkeit. Der unmittelbare „Kundenkontakt“ schafft Ernsthaftigkeit und Verbindlichkeit, aus der sich intrinsische Motivation entwickelt. Die Beteiligten erleben, dass die Befriedigung durch die Arbeit für andere weitaus tiefer reicht als kurzfristige persönliche Wunscherfüllungen. Und sie erleben, wie gut es ist zusammenzuarbeiten.

Schulreparaturwerkstatt
Schulreparaturwerkstatt Auto

Wie das Kompetenzen fördert

Stichwort Wegwerfgesellschaft:  Vorhandenes infrage stellen und hinterfragen, fördert kritisches Denken. Eigenständig auszutüfteln, wie ein Gerät funktioniert und es wieder „zum Laufen“ zu bringen, fördert das kreative Denken. Hier erwerben Schüler alltagspraktische Fertigkeiten, die ein Leben lang nützlich sein können – sie wissen sich also zu helfen. Durch die gemeinschaftliche Arbeit wächst die Teamfähigkeit. Dabei lernen Schülerinnen und Schüler, sich gegenseitig zu unterstützen und konstruktiv zu diskutieren, wie es gelingen könnte. Das stärkt das Erlebnis von Selbstwirksamkeit und die Freude am praktischen Handeln – mit Ausstrahlung auf die ganze Schulgemeinschaft.

Welche Unterstützung du bekommst

Bei uns hast du einen persönlichen Ansprechpartner, der dich während des gesamten Projektablaufs begleitet, berät, motiviert, unterstützt. Und du bekommst eine geballte Ladung Praxiserfahrung: erprobte Anleitungen und Vorlagen für alle, die selbst eine Schüler-Reparaturwerkstatt einrichten wollen.

Das entlastet und hilft, dein Projekt erfolgreich zu machen. Jedes Projekt bekommt eine schicke eigene Projektseite mit Projektstory zum Ausdrucken und Vorzeigen zuhause und ein Projektzeugnis mit einer Handreichung zur notenfreien Beurteilung. – Immer alles kostenlos.

 

Bei Fragen nutze den Chat oder ruf uns an: 040 609 409 99.

Schulreparaturwerkstatt Toaster

Materialien zum Runterladen

  • Eine kurz gefasste Übersicht zur Einführung
  • Antwort auf alle möglichen Fragen (FAQ)
  • Einen über 70-seitigen Praxisleitfaden mit dem Titel „Reparieren macht Schule“ zu folgenden Themen:

Das pädagogische Konzept | Methodik des entdeckenden, erfahrungsgeleiteten Arbeiten und Lernens | Pädagogische Wirkungen | Resonanz von Kunden, Schülern, Eltern und ehrenamtlichen Reparaturanleitern | Vorschläge zum Aufbau und zur Organisation einer Reparaturwerkstatt | Tipps zur Werkzeugausstattung | Hinweise zur Sicherheit | Tricks & Kniffe bei Reparaturen

 

Praxisleitfaden

Noch mehr zum Thema siehe hier

Wie das "Repair Café" in die Schule kam

In Repair Cafés treffen sich Menschen, um gemeinsam kaputte Sachen zu reparieren. Sie finden dort Werkzeug und kundige Tüftler mit Reparaturkenntnis vor. Wie kann man das auf eine Schule übertragen, fragte sich Walter Kraus, Physiklehrer an der Rudolf-Steiner-Schule in München-Schwabing. Schließlich fördert dies auch das entdeckende Arbeiten und Lernen an realen Aufträgen. Das war die Geburt Deutschlands erster Schüler-Reparaturwerkstatt. Seit 2016 gibt es an der Schule die „Reparaturwerkstatt“ als Wahlpflichtfach für die 9. und 10 Klasse, für die 5. bis 8. Klasse in der Ganztagesschule und für die 11. Klasse im Technologieunterricht, so dass jeweils 12 Schüler zweimal wöchentlich Gelegenheit haben, Geräte zu reparieren.

Dieser Werbefilm wurde von Schülerinnen und Schülern der Rudolf-Steiner-Schule in München-Schwabing erstellt.

Schüler-Reparaturwwerkstatt

"Tüfteln" als pädagogische Methode

Den eigenständigen Zugang zu sich selbst, zu anderen und der Welt finden, stellt eine Entwicklungsaufgabe in der Pubertät dar. Jugendliche müssen eigenständig Dinge in die Hand nehmen, um sich selbst in der Begegnung mit der Welt kennen zu lernen. Es geht darum, nichts mehr gesagt zu bekommen, sondern es selbst herauszufinden. Die Reparaturwerkstatt bietet diese Erprobungsmöglichkeit: statt kleinschrittige, genaue Einführung, „entdeckendes Lernen“. Die Reparaturanleiter helfen nicht sofort, sondern halten sich im Hintergrund. Die Jugendlichen sollen lernen, sich selbst zu helfen. Welche größere Sicherheit kann es im Leben geben als das Vertrauen, bei Schwierigkeiten Lösungen zu finden und nicht den Mut zu verlieren.

Und so läuft's dann in der Praxis

  • Sie findet nicht im „abgesicherten Modus“ statt, sondern unter realen Bedingungen: Echte Kunden bringen echte Reparaturobjekte.
  • Die Schüler und Schülerinnen gestalten den gesamten Prozess in Eigenregie: Sie führen die Gespräche mit den „Kunden“, übernehmen zunächst ganz eigenständig die Fehlersuche und damit verbundene Recherchen im Internet und in sonstigen Quellen (z.B. Bedienungsanleitungen).
  • Sie entscheiden, wann sie allein nicht weiterkommen und Hilfe benötigen, die sie sich dann aktiv holen.
  • Ebenso organisieren sie selbst, welches Team welche Reparaturen übernimmt.
  • Das Einbeziehen ehrenamtlicher Reparaturanleiter ist wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Darüber lernen die Schüler, mit Externen zusammenzuarbeiten und gemeinsam generationenübergreifende Erfahrungen zu machen – es findet keine alleinige Orientierung an der Lehrkraft statt.
  •  Im Unterschied zur gängigen Praxis der Repair Cafés müssen die reparaturbedürftigen Teile am Ende einer „Reparatur-Session“ nicht gleich wieder mitgenommen werden, sondern können so lange in der Schüler-Reparaturwerkstatt verbleiben bis evtl. benötigte Ersatzteile beschafft wurden. Die „Kunden“ werden entsprechend informiert.
  • Bewusst wird die Schüler-Reparaturwerkstatt nicht als wirtschaftliches Unternehmen organisiert. Es geht vielmehr darum, sich uneigennützig in den Dienst Dritter zu stellen, ohne die Erwartung von materieller Belohnung. Die „Belohnung“ besteht ausschließlich im Reparaturerfolg und in der Befriedigung, etwas für andere zu tun – und dabei selbst viel zu lernen.
  • Das Nutzen des Internets als Informationsquelle und Basis zur Kommunikation (z.B. mit Herstellern oder Lieferanten) bietet den Jugendlichen die Chance, den Hilfsmittelcharakter des Mediums zu erkennen und es nicht nur zur Unterhaltung zu gebrauchen.

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Bei Fragen oder dem Wunsch nach Austausch, melde dich gern!

München wurde als innovativstes Projekt in der Kategorie Kreislauf-Kooperationen für sein Gebrauchtwarenkaufhaus „Halle 2“ des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) mit dem „EUROCITIES Award 2017“ ausgezeichnet. Herzstück des kurzen Films ist die Schülerreparaturwerkstatt der Rudolf-Steiner-Schule, München-Schwabing.