Teilhabe auszeichnen – warum eigentlich?

Auszeichnung GKS
Auszeichnung GKS
Auszeichnung GKS

Wo Gesellschaft und Politik noch reden, macht es diese Schule vor. Man muss die Schüler machen lassen. An dieser Schule wirkt die gesamte Schulfamilie an der Schulentwicklung mit. Die Gotthard-Kühl-Grund- und Gemeinschaftsschule, Lübeck, wurde dafür als erste Schule Deutschlands für ihre Teilhabe-Kultur des wertschät­zen Miteinanders von »Das macht Schule« ausgezeichnet.

Gesellschaft, Politik, Arbeitswelt – alles ist im Wandel. Hierarchien funktionieren nicht mehr von oben nach unten und Arbeit ist nicht mehr von „nine to five“. Das alte preußische System löst sich auf. Agilität, Flexibilität, Digitalisierung bestimmen das Leben und damit die Kompetenzen, die unsere Jugend für das nachschulische Leben braucht. Früher konnte man mit seinem Know-how punkten, heute mit dem Know-why.

Wir sind mitten in einem Umwälzungs-, Veränderungs- und Verwandlungsprozess, der so gewaltig ist, wie der von der Agrargesellschaft in die Industriegesellschaft.

Wolf Lotter, Journalist und Mitbegründer von brandeins

Nur das Wichtigste, um unsere Kinder auf dieses Leben vorzubereiten, hat sich noch nicht gewandelt: unsere Schulen. Wie muss Schule funktionieren, damit wir die Jugend auf das
21. Jahrhundert vorbereiten? Wie kann sie Kompetenzen fördern, die unsere Jugend für die Zukunft braucht? – Während andere noch reden, macht es eine Schule vor:

Der Schulleiter mit buntem Irokesenschopf – Matthias Isecke-Vogelsang – hinterlässt mit seiner Pensionierung eine Schule, die sich vorbildlich weiterentwickelt hat. Hier übernehmen Lehrkräfte und Schüler Verantwortung, entwickeln die Schule gemeinschaftlich weiter und lernen wofür es lohnt sich einzusetzen – als Mensch.

Partizipation und Erfahrungslernen ist zu einer kulturellen Leitidee der Schule geworden. Es gibt Raum für Teilhabe und Praxisprojekte. Lehrkräften, die entsprechende Projekte umsetzen wollen, wird der Rücken gestärkt. Zum Nutzen der Schüler, die damit wichtige Kompetenzen erwerben, wie Kommunikation, Zusammenarbeit im Team, Kreativität und kritisches Denken. Das, was junge Menschen für ein erfolgreiches Leben und eine aktive Beteiligung an der Gesellschaft im 21. Jahrhundert brauchen.

Im Schulalltag braucht es eine Kultur, die das ermöglich und die ständig weiterentwickelt wird. Die Brücke dazu sind einzelne Praxisprojekte. Seit 2016 gab es an der Schule 14 Praxisprojekte, die meisten wurden intensiv von Das macht Schule begleitet. Oft ging es um Integration – immer waren alle Beteiligten sehr offen, wollten lernen und vor allem Schüler teilhaben lassen. So wurden auch parallel mit der Auszeichnung der Schule zwei Praxisprojekte ausgezeichnet: die Woche der Toleranz und Menschlichkeit und Abenteuer Integration Lübeck – beide als zwei von deutschlandweit zwölf von Das macht Schule ausgezeichneten Praxisprojekten. Zwei vorbildliche Projekte von über 1.800, die Das macht Schule bisher begleitet hat. Aus Sicht von Das macht Schule schien es erst so, als wäre da nur Frau Becker, weil sie es war, die stets den Kontakt zu uns hielt. 

Projektarbeit

Schon lange wissen wir, dass viele Kolleginnen und Kollegen sich engagieren, Herr Reyscher als Schulsozialarbeiter, der im Hintergrund wirkt, eine Schulleitung, die stets fördert, ermutigt und stärkt, Kooperationspartner, die sich engagiert einbringen – und nicht zuletzt Schülerinnen und Schüler, die offen sind, sich in ihrer Schule und für ihre Schule zu engagieren. Eine besondere Schule eben.

Welche Rolle spielt Das macht Schule dabei?

Die Vision von das macht Schule ist, dass jeder die Schule mit Kompetenzen verlässt, die ihm individuelle Verwirklichungschancen, eine erfolgreiche Lebensführung und eine aktive Beteiligung an der Weiterentwicklung der Gesellschaft ermöglichen. Und das deckt sich scheinbar ganz gut mit den Zielen der Gotthard-Kühl-Schule. Sie schafft Chancen zur Verantwortungsübernahme, z.B. durch Schülermoderatoren, Teilhabe, wie durch alle Schüler bei der Woche der Toleranz und Menschlichkeit. Und sie sorgt für ein ständiges Training der sogenannten 4 K’s:

  1. Kommunikation – wie sie z.B. bei jeder Abstimmung über die Projektziele erfolgt.
  2. Kollaboration – die beim gemeinsamen Verschönern der Flure spürbar ist.
  3. Kreativität – die z.B. geübt wird, wenn die Chill Lounge gestaltet werden will.
  4. Kritisches Denken – die Dinge zu Hinterfragen und Nachzufragen, in den Projekten aber auch als Schülervertreter oder Klassensprecher in der Mitgestaltung der Schulentwicklung.

Von Das macht Schule bekommen Lehrkräfte kostenlos Projektvorlagen und Tools, einen persönlichen Ansprechpartner, der während des Projektablaufs professionell begleitet, berät, motiviert, hilft. Jedes Projekt bekommt eine Projektseite, wird zum Vorbild und kann so „Schule machen“. Zehnmal im Jahr verbreiten wir mit unserem Newsletter Anregungen  und Tipps.

Lehrkräfte erleben, was sie ihren Schülern zutrauen können. Und sich selbst auch.

Nichts prägt nachhaltiger, als die eigene Erfahrung – man muss nur die Chance bekommen, sie zu sammeln. Das gilt nicht nur für Schüler, sondern für alle an der Schulfamilie Beteiligten.

Dieser Geist ist an einer vorbildliche Schule wie der Gotthard-Kühl-Schule deutlich spürbar – der ersten ausgezeichneten Schule von ca. 2.500 Schulen, die die Unterstützung von Das macht Schule bisher genutzt haben. Es ist wichtig, dass diese Projekte und diese Schulen sichtbar werden und Schule machen können – auch deswegen, um deutlich zu machen, wie wichtig Schulen für die Entwicklung unserer Gesellschaft sind – als werteprägende Einrichtung – und um die Rolle von Schulen in der Gesellschaft zu stärken.

Grußwort der Bildungsministerin

Grußwort von Karin Prien, Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein als Videobotschaft.

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