Schulentwicklung: Wie entscheiden?

Wie entscheiden in der VUKA-Welt?

 

Viele erschreckt, wie unsere Welt heute tickt. Wer hätte auch mal gedacht, dass heute nahezu jeder einen leistungsfähigen Computer in der Hosentasche hat, der ihn mit der ganzen Welt vernetzt? Die Digitalisierung führt in atemberaubender Geschwindigkeit zu Veränderungen in allen Lebensbereichen. Es scheint immer schwerer zu werden die „richtige“ Entscheidung zu treffen. Wir haben Schulleitungen befragt, was ihrer Meinung nach Schulentwicklung stark macht.

 

Bevor wir auf die Ergebnisse eingehen, ein kurzer Exkurs zu den sich so rasant ändernden Rahmenbedingungen. Die Welt ist VUKA. Das heißt:

 

  • Volatil – die Dinge haben keinen Bestand, Veränderung wird zur Norm
  • Unsicher – zuverlässige Vorhersagen fehlen, kaum etwas ist planbar
  • Komplex – Regeln ändern sich, es wird schwerer, den Überblick zu behalten
  • Ambivalent – Unsicherer Kontext macht es schwer, Fakten zu interpretieren

 

Genau wie Unternehmen sind Schulen von diesen sich veränderten Rahmenbedingungen betroffen. Nicht nur durchdie Digitalisierung, auch durch Inklusion, gesundes Essen oder Deutschunterricht für Geflüchtete kommen ständig neue Themen auf den Zettel. In dem, was Unternehmensberater Managern empfehlen, könnten auch Anregungen für das Management von Schulen stecken:

 

  1. Resultatorientierung: Eine Mentalität des Machens und der Eigeninitiative schaffen
  2. Gutes Teamwork: Eine Offene und vertrauensvolle Kommunikation fördern
  3. Stärkung informeller Netzwerke: Selbstorganisation und Austausch stärken
  4. Leadership auf allen Hierarchiestufen: Verantwortungsübernahme ermöglichen
  5. Engagierte Gelassenheit oder wahlweise auch gelassene Engagiertheit

 

Gute Führung heißt Mitarbeiter erfolgreich machen. Teilhabe auf allen Ebenen. Das braucht eine Kultur gegenseitiger Unterstützung.  Wir haben 20 Schulleitungen befragt, was eine starke Schulentwicklung braucht. Als erstes wollten wir wissen, warum Schulentwicklung als wichtig eingestuft wird.

 

Sich auf Dynamik einlassen

 

Etwas mehr als die Hälfte der befragten Schulleitungen sehen Schulentwicklung primär als Reaktion auf gesellschaftliche Umbrüche an. Sie ist wichtig „aufgrund der sich ständig verändernden Bedingungen und Notwendigkeiten in der Schülerschaft und deren Lebensumwelt.“ Selbst wenn eine Schule sich gar nicht entwickeln wollen würde; die äußeren Bedigungen zwingen sie dazu.

 

Es reicht nicht, sich an aktuelle Gegebenheiten anzupassen. 17 Prozent betonen die wichtige Rolle der Schulen für die Weiterentwicklung der Gesellschaft und für die Zukunftsperspektive der Schule. Sie wollen nicht nur auf Veränderungen der Rahmenbedingungen reagieren, sondern auch für die Zukunft ihrer Schulgemeinschaft agieren: „Neue Erkenntnisse / Entwicklungen verändern auch das Schulleben. Wir wollen aktiv mitgestalten.“ Statt nur Löcher im Boot zu stopfen, vergrößern diese Schulen ihr Boot sogar.

 

 

 

Wertschätzung, Vertrauen und Vernetzung immer wichtiger

 

Jede Schule hat das Potential, sich zu einer herausragenden Schulgemeinschaft zu entwickeln, die nicht nur auf gesellschaftliche Umbrüche reagiert, sondern die Zukunft innovativ mitgestaltet! So gaben 37 Prozent der Befragten an, dass eine von Wertschätzung und Vertrauen geprägte Atmosphäre an der Schule hilft, die Arbeit besonders gut zu machen. Diese Punkte werden auch von Angelika Wolters, Vorstand vom Ganztagsschulverband Sachsen-Anhalt, in ihrem Artikel über Schulklima genannt. Daneben spielen laut Wolters auch Sauberkeit, Identifikation und Unterstützung von außen (durch Experten) eine Rolle.

 

Austausch und Vernetzung nannten  30 Prozent unserer Befragten. „Dazu müssen wir über den Tellerrand schauen, andere Schulen anschauen und sehen, was zu uns passt“, brachte eine der Antworten das auf den Punkt. By the way: Von anderen abzugucken, sich Ideen und Anregungen zu holen, steckt schon im Namen von Das macht Schule. Und letztendlich gaben 15 Prozent an, dass ausreichende Ressourcen und Technik verfügbar sein müssen.

 

 

Kathrin Höhmann, Professorin für Schulpädagogik, formuliert verschiedene Fragen, die den Schulentwicklungsprozess begleiten können. Beispielsweise ist wichtig, sich zu überlegen: Was brauchen die Schülerinnen und Schüler, um sich an der Schule richtig wohl zu fühlen? Welche externen Unterstützer kann man gewinnen? Wie kann Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt werden? Und wie können die Beteiligten Wertschätzung erfahren? Ein Befragter bestätigt, dass jede Lehrkraft für die Schule wichtig ist und Schulleitungen Verantwortung abgeben und den Lehrkräften vertrauen müssen. Den Aspekt der Partizipation betont auch Dr. Karin Oechslein, Direktorin des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung, München. Sie meint, bei Schulentwicklung sei das Besondere, wenn „alle am Schulleben Beteiligten bei diesem Prozess mitgenommen [werden]“.

 

Handlungsbedarf Kollegium und Schulleben

 

Spannend wird es bei der Frage: In welchen Bereichen es gerade richtig gut läuft. Knapp ein Drittel (29 Prozent) haben sich offensichtlich mit Strukturen, Zahlen und dem Curriculum gut arrangiert. Ein weiteres gutes Drittel (38 Prozent) mit „bestimmten Themen“ und ein knappes Viertel (24 Prozent) mit Projekten und Freiräumen. Nur 10 Prozent geben an, dass es im Kollegium und/oder Schulleben gerade gut läuft.

 

Nimmt man die oben genannten 5 Empfehlungen ernst, ist das mager. Hier hilft alles, was Partizipation, gemeinschaftliches Erleben und gutes Teamwork stärkt. Jedes Praxisprojekt zahlt genau auf dieses Thema ein und lässt sich strategisch in die Schulentwicklung einbinden.

 

 

Wunsch nach Unterstützung

 

Unsere letzte Frage war: „In welcher Form wünschen Sie sich (externe) Unterstützung?“ 10 Prozent nannten Technik als Engpass. Hier können wir vielleicht mit gratis Hardware helfen, die von Unternehmen gespendet wurden. 10 Prozent wünschen sich externe Beratung, 21 Prozent Vernetzung bzw. externe Kooperationspartner. Wenn es dabei um die Schulentwicklung und Partizipationsprojekte geht, stehen wir gern zur Verfügung (hier gibt’s kostenlose Unterstützung).

 

26 Prozent nannten Fortbildungen und Workshops als Wunsch. Hier können wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern der Heraeus Bildungsstiftung und der Coachinginitiative Seminare und Coachings vermitteln. – Das alles steht bei uns unter dem Motto: Wir helfen Lehrern Praxisprojekte umzusetzen und damit Schüler stark für die Zukunft zu machen. Schulen dürfen darauf vertrauen, dass sie als Gemeinschaft unter Beteiligung aller – egal ob Schulleitung, Eltern oder Hausmeister – in der Lage sind, ihr volles Potential zu entfalten!

 

Einladung zum Gedankenspiel: Wenn Sie jetzt überlegen würden, welche 3 nächsten Schritte Sie machen könnten – welche wären das?

 


 

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