Mutgeschichte: Mit Fragen Türen öffnen

Repair Café

Bildung ist mehr als bloßes Wissen. Stimmt, oder? Diese Mutgeschichte handelt davon, wie eine Schule ihren Bildungsauftrag für sich (neu) definiert. Und das alles, weil ein Schulleiter morgens im Bad feststellte, dass er nicht mehr den Glanz in den Augen hatte, wie früher.  – Ein wahre Geschichte.

Jens ist Schulleiter einer Hauptschule in Nordrhein-Westfalen. Und Jens stellte eines Tages morgens im Bad fest, dass er nicht mehr den gleichen Glanz in den Augen hatte, wie früher. Sicher, er mochte seinen Job. Doch die Begeisterung, mit der er vor einigen Jahren Schulleiter geworden war, die war ihm mehr und mehr abhanden gekommen. Genauso wie seine Träume von Schülerinnen und Schülern, die ihre Wurzeln in „seiner“ Schule hatten, denen Flügel wachsen und die die Welt verändern und zu einem besseren Ort machen würden.

So suchte Jens nach Unterstützung bei der Frage, wie er seine Begeisterung wieder zurückholen könnte und mit dieser Frage lernten wir uns kennen. Ich bin Andrea und ehrenamtlicher Coach bei der Coaching Initiative.

Während des Schulleiter-Coachings zeigte sich, dass Jens mit hohen Erwartungen an sich als Schulleiter gestartet war, der Alltag und seine Hürden aber so viel seiner Energie in Anspruch nahmen, dass er für (Extra-) Projekte oder die Umsetzung dessen, was er sich vorgenommen hatte, gar keine Zeit hatte. Auch wurde klar, dass Jens das Bild in sich trug, als gutes Vorbild alles weitgehend alleine machen zu müssen. Das kostete natürlich Kraft. Und die steht dann nicht mehr für „Begeisterung“ zur Verfügung. – Wie kommt man da raus? Diese Frage wollten wir gemeinsam beantworten.

Zu glauben, immer alles allein machen zu müssen, kostet Kraft.

Jedes Mal, wenn Jens wieder erzählte, dass dieses und jenes ja nicht ging, fragte ihn sein Coach, woher er das so genau wüsste, ob er es schon ausprobiert habe und wie es denn gelingen könnte, einen ersten Schritt in diese Richtung zu tun. Und jedes Mal bei dieser Frage „Wie könnte es denn gelingen?“ kam Jens gehörig ins Nachdenken und fand schon nach ganz kurzer Zeit einige wirklich gute erste Schritte, um das Thema Ressourcen und Nachhaltigkeit mehr und mehr an seiner Schule zu platzieren.

Die Frage „WIE könnte es denn gelingen?“ hilft in Lösungen zu denken.

Indem er im Kollegium von seinen Plänen erzählte, steckte er auch andere Lehrkräfte mit seiner wiedererwachten Begeisterung an. „Wie können wir das Thema Nachhaltigkeit an unserer Schule umsetzen?“ fragte Jens und sah, dass sie auf die gleiche Weise sofort anfingen, in Lösungen zu denken, wie ihm das bei seinem Coach widerfahren war. Gemeinsam überlegten sie, welche Projekte sie umsetzen und wie sie die ganze Schulfamilie mit einbeziehen könnten.

Sechs Monate später hatten sie Projektpremiere: Das erste Schüler-Repaircafé wurde super angenommen und war wochenlang Gesprächsstoff auf allen Fluren. Die Schüler, aber auch die Lehrer, wollten mehr dieser Erlebnisse und fragten sich in gemeinsamen Runden, WIE es ihnen gelingen könnte, diesen neuen Entdeckergeist an der Schule aufrecht zu erhalten. So wurden Projekte zu nachhaltiger Technik, Wasserprojekte und vieles mehr ins Leben gerufen, in das die Schüler ihr Wissen aus dem Unterricht direkt einbringen konnten.

Und kaum zu glauben: sogar der allgemeine Notendurchschnitt verbesserte sich!

Hier ein paar Schlüssel-Fragen für dich und deine Schule

 

  • Was kannst du an deiner Schule tun, um Nachhaltigkeit mehr zum Thema zu machen?
  • Welche Projekte hättet ihr gerne dazu?
  • Wie kann es euch gelingen, zu einer nachhaltigen Schule zu werden?
  • Wer ist am ehesten offen für das Thema an der Schule?
  • Wie könnt ihr die Interessierten einbeziehen und  zusammenbringen?

Die „W-Fragen-Maschine“ bringt Gehirne automatisch in den Lösungsmodus. Das heißt, ihr müsst „nur“ zwischen Alternativen auswählen. Aber frag nicht „warum“. Das führt zu Rechtfertigungen. Eselsbrücke: „Warum“ zieht man Mauern hoch, „wie“ öffnet man Fenster?

Wir danken der gemeinnützigen Coaching Initiative für diese wahre Mutgeschichte.

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