Schüler-Reparturwerkstatt

Steckbrief

Schüler-Reparaturwerkstatt

80802 München (Bayern)

Rudolf-Steiner-Schule Schwabing

Projektleiter: Walter Kraus

Klassenstufe: 5 - 12

Teilnehmer: 100

Läuft bis: 31.07.2019

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Defekten Geräten ein zweites Leben geben anstatt sie einfach wegzuschmeißen – das ist das Motto der Schüler-Reparaturwerkstatt an der Rudolf-Steiner-Schule in München-Schwabing.

 

Wie alles anfing

Im April 2016 wurde das Projekt ins Leben gerufen und von Anfang an durch engagierte Mitstreiter*innen unterstützt. Mit etwa 1.000 Euro Startkapital wurden einige Werkzeuge angeschafft und die ersten kaputten Elektrogeräte – hauptsächlich von Verwandten der Schüler*innen – repariert. Anfangs standen vier Arbeitsplätze zur Verfügung. Mit der Zeit wurde das Projekt bekannter, es kamen mehr reparaturbedürftige Geräte und mehr Schüler*innen hatten Lust, mitzutüfteln. Die Schüler-Reparaturwerkstatt fand neue Förderer und gewann einige Wettbewerbe. Mit den zusätzlichen Geldern konnten weitere Werkzeuge gekauft und nun sechs Arbeitsplätze eingerichtet werden. Die Anschaffung eines 3D-Druckers war ein wichtiger Schritt, denn fehlende Ersatzteile, die es nicht (mehr) zu kaufen gibt, können ganz einfach selbst hergestellt werden.

 

Das Konzept

Jetzt öffnet die Schüler-Reparaturwerkstatt mehrmals pro Woche für jeweils 1,5 Stunden. In dieser Zeit können Kund*innen reparaturbedürftige Gegenstände vorbeibringen. Die Schüler*innen befragen sie dazu mit Hilfe eines Laufzettels. Sie teilen dann die zu reparierenden Geräte selbstorganisiert den Reparatur-Teams zu. Hier untersuchen sie die Objekte eigenständig und versuchen herauszufinden, was genau an Reparaturbedarf vorliegt. Dabei nutzen sie einerseits ihre Sinnesorgane (was fällt optisch auf, was kann man ertasten, hören, riechen?) und andererseits eventuelle Vorerfahrungen. Kommen sie damit allein nicht weiter, informieren sie sich im Internet, beispielsweise in YouTube-Beiträgen, auf Herstellerseiten oder in Reparatur-Foren. Reicht das noch nicht aus, wenden sie sich an die ehrenamtlichen Reparaturanleiter*innen und suchen gemeinsam. Wenn für die Reparatur Ersatzteile nötig sind, werden sie durch die Schüler*innen bestellt. Nicht mehr erhältliche Kunststoffteile werden von den Schüler*innen mit einem CAD-Programm konstruiert und dann am 3D-Drucker nachgebaut. Die Reparatur ist – abgesehen vom Ersatzteil-Aufwand – kostenfrei.

 

Die Schüler-Reparaturwerkstatt arbeitet nach der Methode des entdeckenden und erfahrungsgeleiten Arbeitens und Lernens. Dabei geht es darum, eine Aufgabe und alles, was mit ihrer Lösung zusammenhängt, durch eigene Aktivitäten zu erkunden und zu erschließen. Die Schüler*innen erkunden daher eigenständig, um welchen Reparaturbedarf es geht und wie eine Reparatur erfolgen könnte. Sie nutzen dazu auch Informationen aus dem Internet. Erst wenn sie allein nicht weiterkommen, können sie sich an die ehrenamtlichen Reparaturanleiter*innen wenden, die sie vor allem durch gezielte Fragen und Tipps unterstützen.

 

„Das Reparieren interessiert mich auch wegen dem Thema Nachhaltigkeit. Das ist doch eine Win-Win-Situation für alle!“

(Schüler, 9. Klasse)

 

Was noch wichtig ist

Vor Beginn der Arbeiten sollten die Schülerinnen und Schüler eine erfahrungsbezogene Sicherheitseinweisung bekommen. Schließlich ist wichtig, dass ihnen die Gefahr von Strom bewusst wird. Bewährt hat sich auch, einen Schutzadapter um den Netzstecker des zu reparierenden Gerätes zu legen, der es den Schüler*innen unmöglich macht, defekte Elektrogeräte (versehentlich) an die Steckdose anzuschließen. Sie können trotzdem den Durchgangswiderstand prüfen und so einen möglichen Kabelbruch als Defekt entdecken.

 

Vor Rückgabe eines reparierten Geräts muss eine Sicherheitsprüfung nach DIN VDE 0701 erfolgen mit einem Prüfgerät für den VDE 0701 Test. Bei den Messungen werden der Schutzleiterwiderstand, der Isolationswiderstand und der Ersatzableitstrom gemessen. Im offenen Zustand wird das Gerät auch einer Sichtprüfung unterzogen.

 

 

 

„Die Arbeit in der Schüler-Reparaturwerkstatt gibt ihm Mut, er erlebt Bestätigung und entwickelt eine unglaubliche Selbständigkeit.“

(Mutter eines 7.-Klässlers)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterführende Links:

Website der Schüler-Reparaturwerkstatt

 


Das macht Schule Kommentar: Bei diesem Projekt lernen die Schülerinnen und Schüler, flexibel und offen mit neuen Herausforderunegn umzugehen und selbständig Lösungen zu finden. Und: Es ist ein wichtiges Zeichen gegen die Wegwerf-Gesellschaft!