Repair-Café trifft Arbeitslehre – Reparieren und Berufliche Bildung in Berlin

Steckbrief

Schüler-Reparaturwerkstatt

12435 Berlin (Berlin)

Röntgen-Schule

Projektleiter: Reinhold Hoge

Klassenstufe: 7 und 8

Teilnehmer: 6

Läuft bis:

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Im Rahmen des Ganztagsangebots entstand im Fach Arbeitslehre / WAT (Wirtschaft, Arbeit, Technik) 2016 ein Repair-Café, das SchülerInnen der Jahrgangsstufen 7 bis 8 betreiben und die Schule für Gäste aus dem Kiez und der Nachbarschaft öffnet. Gleichzeitig kann das Projekt den Jugendlichen berufliche Orientierung bieten und ein Bewusstsein für nachhaltige Themen schaffen. Die Schule verfügt über diverse gut ausgestattete Werkstätten (Lehrküche, Holz-, Metall-, Elektronikwerkstatt, Textilwerkstatt), die von speziell ausgebildeten Lehr- und Hilfskräften gepflegt und gewartet werden sowie sehr hochwertig ausgestattet sind.

 

Das Ganztagsangebot (für Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen), in welches das Repair-Café eingebunden wird, findet montags bis donnerstags von 14.30 Uhr bis 16 Uhr statt. Die Schülerinnen und Schüler können aus einer Vielzahl von Angeboten auswählen (unter anderem Sport (mehrere), Theater, Fotografie, Tanz, Graffiti, Musik, Rap, Big-Band, Trampolin, Nähen, Fahrrad, Repair-AG, etc.).

 

Zu unseren Zielen gehört unter anderem die Förderung der Nachhaltigkeit im Rahmen der Projektdimensionen. Das Reparieren steht dabei für die bewusste Abkehr von der sogenannten „Wegwerf-Kultur“, bei der viele noch neuwertige und kaum benutzte Produkte bereits durch die neue Produktgeneration entwertet und oftmals weggeworfen werden.

 

Durch die mit einem „Repair-Café“ einhergehende Öffnung von Schule (Nachbarschaft, Kiez, Eltern, Senioren, etc.) wird ein generationenübergreifender Treffpunkt geschafften, durch den sich neue Strukturen und Netzwerke bilden (Ausbildungsstätten und Praktikumsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, Einblicke in diverse Berufe, etc.). Öffnung von Schule geschieht an dieser Stelle durch Einbezug von Reparaturaufträgen von außerhalb (Möbel in Kindergartenbereich, Geräte von Vereinen und Sozialeinrichtungen, ggf. kleinere Reparaturen an Rollstühlen und Rollatoren, etc.) und durch Netzwerkarbeit mit den genannten Kooperationspartnern.

 

Ein weiterer zentraler Punkt ist berufliche Orientierung bzw. die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Berufs- und Arbeitswelt. So haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das „Repair-Café“ im Rahmen des Nachmittagsangebots zu betreuen und ggf. diverse Reparaturen durchzuführen bzw. verschiedene Reparatur-Techniken bzw. Reparatur-Verfahren kennenzulernen.

 

Darüber hinaus kann durch ein „Repair-Café“ und den sich daraus ergebenden Sprechanlässen (Entgegennahme von Reparaturaufträgen, gemeinsames Reparieren, etc.) die Sprachbildung gefördert werden. Auch könnten gegebenenfalls insbesondere schulpflichtige Flüchtlinge integriert werden, die hier in einem ungezwungenen und sinnstiftenden Arbeitsklima Berufsbilder, Sprache und Nachbarschaft kennenlernen.