Upcycling in der Schneiderepoche

Steckbrief

Klima AG gründen

88662 Überlingen (Baden-Württemberg)

Freie Waldorfschule Überlingen

Projektleiter: Christine Eppelt

Klassenstufe: 9

Teilnehmer: 20

Läuft bis: 31.12.2016

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„Wir wollen aus vermeintlich nutzlosen Stoffen, die sonst im Müll landen würden, neue Gebrauchsgegenstände herstellen.“

 

Die Aufgabe der letzten Schneiderepoche in der 9. Klasse der Freien Waldorfschule Überlingen ist, einen textilen Gegenstand selbstständig und ordentlich mit Schnitt-Anleitung zu verarbeiten und fertigzustellen. Die Klasse hatte sich bereits im Vorjahr intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit und Upcycling auseinandergesetzt und Ideen dazu umgesetzt. So sind im Rahmen des Projekts Tütet unsere Welt nicht ein! Taschen aus Stoffresten entstanden, die sonst im Müll gelandet wären.

 

Der Gedanke der Nachhaltigkeit wurde von der Klasse weiter getragen und gelebt, so dass sich alle sehr schnell für die Idee gewinnen ließen, Planenstoff als Nähmaterial zu verwenden. Das Gewebe kommt zum Beispiel für Big Packs zum Einsatz und wird zum Transport von Dünger, Kies oder Bauschutt verwendet. Nachdem die Schüler sich selbst um die Beschaffung des Materials gekümmert hatten, mussten sie es erst einmal säubern. Bereits im letzten Jahr war im Rahmen des Taschen-Projektes ein kleiner Raum extra als Werkstatt zu Verfügung gestellt worden, der auch jetzt für die Säuberung genutzt werden konnte. Besonders herausfordernd war dabei die Härte der Fasern, die das Gewebe wenig flexibel machen, so dass die Nähstücke auch später trotz Versäubern (Vernähen) der Ränder stark zum Ausfransen neigten.

 

Als Kleidungsstück sollten Mäntel aus dem Material entstehen. Die Verarbeitung gelang den SchülerInnen gut. Das Einarbeiten der Ärmel machte zwar aufgrund der fransenden Fasern Mühe, das Problem konnte aber gelöst werden, indem die Ränder mit einem Feuerzeug angeschmolzen und somit geglättet wurden. Am Ende entstanden drei unterschiedliche Mäntel. Für die Gürtel konnten die Taschen-Griffe der Big Packs umfunktioniert werden. Einer der Mäntel wurde noch farblich aufgepeppt mit Säumen aus Baumwolle. Jeder Mantel hat so seinen eigenen Stil. Später soll noch Farbe auf das Textil aufgetragen werden. Ob die Mäntel alltagstauglich sind, kann noch nicht gesagt werden, aber allein die Auseinandersetzung mit einem ganz anderem Material im Schneidern war es schon wert, dieses künstlerische Produkt entstehen zu lassen.

 

Eine weitere Idee von zwei SchülerInnen war es, eine Art Sofa aus ähnlichem, etwas leichterem Material zu machen. Nachdem ein Miniatur-Modell angefertigt worden war, entschieden sie sich erst einmal für einen kleine Sitz-Sack in Würfel-Form. Um die Nähte haltbar zu machen, musste diese mit Bändern verstärkt werden. Zudem wurde ein Reißverschluß eingearbeitet und ein Innenkissen aus Baumwolle in der gleichen Form hergestellt. Die Beschaffung des Füll-Material war eine große Herausforderung. Zunächst wurde in Erwägung gezogen, eine Styroporplatte zu zerkleinern, was sich allerdings als zu aufwendig erwies. Dinkelspelz war auch als Material im Gespräch, wäre aber zu teuer geworden. Am Ende entschieden sich die SchülerInnen dann für Stroh als Befüllung.

 

Das macht Schules Kommentar: Die Freiheit, mit welcher die SchülerInnen hier agieren konnten und können, ist vorbildlich. Das bedeutet auch, dass sie an Grenzen stießen und mithilfe von Kreativität und Auseinandersetzung Probleme lösen mussten. Prima Partizipationsprojekt!