Podcasts Medizinethik

Steckbrief

Digitale Bildung

35578 Wetzlar (Hessen)

Goetheschule Wetzlar

Projektleiter: Stefan Lesser

Klassenstufe: 12

Teilnehmer: 17

Läuft bis: 13.12.2019

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Podcasterstellung – Medizinethik

 

I. Idee, Zielsetzung und Konzeption

 

Im Ethikunterricht der gymnasialen Oberstufe (Qualifikationsphase 1) ist der Bereich „Medizinethik“ als abiturrelevantes Thema festgesetzt.

Die Medizinethik stellt ein sehr facettenreiches Gebiet, von Lebensanfang bis Lebensende, dar, welches es für die Schülerinnen und Schüler [1] verständlich aufzubereiten gilt.

 

Meine Intention für das vorliegende Projekt lag darin viele Theorieaspekte durch individuelle Schwerpunktsetzung seitens der SuS-Interessen, unter Einbeziehung digitaler Medien, ansprechend zu vermitteln. Dafür bot sich die Erstellung von Podcasts meiner Ansicht nach sehr gut an. In Kleingruppen können so die SuS ihren Interessen tiefreichend nachgehen und trainieren sich zugleich in ihrer Medienkompetenz. In diesen beiden Bereichen erwerben sie kontinuierlich neues Wissen und Können.

Ein ganz entscheidender Aspekt, der mich zur Durchführung veranlasste, war der relativ geringe Einsatz verschiedenartiger Medien, um doch zugleich ein abwechslungsreiches sowie abiturvorbereitendes Lernprodukt zu erstellen. Weder kostspielige Hard- oder Software sind hier von Nöten. So kann ein kompetenzorientierter Unterricht einfach realisiert werden, der sich durch selbstbestimmtes Arbeiten und Lernen
gleichermaßen auszeichnet. Auf die selbsterstellten Eigenproduktionen sind die SuS besonders stolz, was Motivation für die Weiterarbeit mit digitalen Medien auch in anderen Fächern befördern wird.

Die zunehmende Mediatisierung der SuS durch PCs, Smartphones etc. kennzeichnet ihre Alltagswelt. Diese gewinnbringend in das Unterrichtsgeschehen zu integrieren ist nun unsere Aufgabe als Lehrer. Kreativer und kritischer Umgang mit Medien steht dabei im Fokus der
Betrachtung. Ein zielgerichteter Methodenwechsel soll die Motivation der SuS für ein Themengebiet steigern, wobei die eigene Auseinandersetzung mit der Thematik von höchster Bedeutung ist. Eine reine Inhaltsvermittlung vom Unterrichtsstoff wird durch eine individuelle Vertiefung sowie Vernetzung abgelöst.

Jeder von uns kennt Situationen und Tage, an denen es einem nicht gut geht, geht Konzentration möglich ist o.Ä. Die im Projekt erstellten Lernprodukte schaffen es, dass die SuS auch zu Hause, zu ihrer Wunschzeit nochmals den Unterrichtsstoff lernen können. Zwar sind authentische und personenbezogene Lehrsituationen nicht zu vernachlässigen, doch so kann auch stimmungs- und tagesformunabhängig gelernt werden.

Um auf solch ein Lernprodukt zugreifen zu können, bedarf es jedoch einiger Vorarbeit. Während dieses Prozesses erwerben die SuS drei weitreichende und sehr bedeutsame Kompetenzen:

 

a) Fachkompetenz:
Die fundierte Auseinandersetzung mit einer Thematik sowie die Erstellung von Moderationstexten schafft eine fachliche Basis. Die Umwandlung von Theorie in adressatenbezogene Audiokommentare zeugt von kompetentem Umgang.

 

b) Medienkompetenz:
Sie SuS lernen gezielt mit notwendigen Geräten und Programmen umzugehen. Dafür ist ein Prozess des Probierens und Bearbeitens unabdingbar, der zu einer permanenten Verbesserung beiträgt. Hierbei gehen die SuS kritisch an ihre recherchierten Texte heran und analysieren diese zugleich. Damit einhergehend trainieren sie ihre Nutzungs- und Rezeptionskompetenz im Umgang mit Medien, um letztlich selbst auf kreativer Ebene Medien zu erstellen.

 

c) Sozialkompetenz:
Damit Fach- und Medienkompetenz ihre volle Wirkung entfalten können, muss die Sozialkompetenz als verbindendes Element hinzugezogen werden. Diese lässt die SuS in Gruppen, gleich einer Redaktion, arbeiten, wobei die Qualität des Podcasts sich in der Qualität der Gruppendynamik wiederspiegelt. Es gilt daher umso mehr individuelle Fähigkeiten der einzelnen Gruppenmitglieder zu erkennen und gezielt zu nutzen, da diese den Arbeitsprozess optimieren.

 

Es wird anhand dieser Ausführungen bereits ersichtlich, dass die Erstellung von Podcasts kein Doppelstundenaufwand ist, sondern einen höheren Zeitaufwand erfordert. Für die SuS der Q1 bedeutet dies einen Zeitaufwand von insgesamt sechs Wochen, wobei dem Kurs pro Woche drei Unterrichtsstunden à 45 Minuten zur Verfügung stehen.

 

Das Projekt gliedert sich wie folgt auf:

 

I. Gemeinsamer Einstieg in das Thema – Gruppenfindung – Einführung in die Podcastarbeit – Bewertungskriterien (Transparenzschaffung)

 

II. Materialsichtung – Recherchearbeit – Themenschwerpunktsetzung der Gruppen

 

III. 1. Zwischenstandsgespräch (bisherige Planung, Fragestellung, Fragen)

 

IV. Texterstellung – erste Probeaufnahmen – Programmarbeit

 

V. 2. Zwischenstandsgespräch – Sprachaufnahmen – Textmodifizierungen – Schneiden, Bearbeitung der Aufnahmen

 

VI. Präsentation der Podcasts – Bewertung – Feedback

 

VII. Abschlussdiskussion

 

 

II. Beschreibung des Projektverlaufs

 

Bereits im vergangenen Schuljahr führten drei Kurse die Erstellung von Podcasts bei mir im Ethikunterricht durch stellten diese auf der schuleigenen Lernplattform zur Verfügung. Nun konnte der diesjährige Kurs diese als Basis nutzen und für die drei Themengebiete „Lebensfang – Lebensmitte – Lebensende“ eine weitere Podcastfolge erstellen. Die SuS können jederzeit auf die Podcasts zugreifen, wodurch sie auch für die nachfolgenden Jahrgänge nutzbar werden. Ziel ist eine permanente Weiterentwicklung und Aktualisierung durch eine feste Etablierung dieser Methode im Unterricht.

Die drei Themengebiete wurden jeweils doppelt besetzt, sodass insgesamt sechs Podcasts erstellt werden konnten, die allesamt eine andere Schwerpunktsetzung erfuhren und somit auch unterschiedliche Fragestellungen untersuchten:

 

– Wird der Mensch durch Gentechnik in seinem Wesen verändert?

– Sollte die Fruchtwasseruntersuchung bei Schwangeren über Leben und Tod entscheiden?

– Ist Abtreibung überhaut moralisch vertretbar?

– Hospiz – Be-oder Entlastung?

 

Die Projektbausteine zeigten bereits die vielfältigen Arbeitsschritte:

 

1) Die allgemeinen Vorerfahrungen des Kurses wurden durch die Lehrkraft, in Form eines Brainstormings mit angekoppelter Plenumsdiskussion, evaluiert.

 

2) Thema, Vorhaben sowie die Podacastarbeit wurden vorgestellt. Die sich anschließende Gruppeneinteilung und die Ausgabe des Bewertungsrasters sorgten dann für die nötige Transparenz und lieferten einen Strukturrahmen für die SuS.

 

3) In einem Einführungstext wurde allen SuS das Thema Medizinethik nähergebracht und eine gemeinsame Ausgangsbasis für die Weiterarbeit geschaffen. Ebenso erhielten die Gruppen eine kleine Materialauswahl, die zum Einsatz kommen können, aber keiner weiteren Verpflichtung unterlagen

 

4) Es erfolgte eine Materialsichtung in den jeweiligen Gruppen sowie die Aufteilung der weiteren Arbeitsprozesse und Setzung eines zeitlichen Rahmens.

 

5) Die SuS betrieben eine vertiefende Recherchearbeit.

 

6) Die ersten Arbeitsergebnisse wurden im ersten Zwischenstandsgespräch mit dem Lehrer besprochen und das weitere Vorgehen abgeklärt sowie meinerseits Hilfestellungen aufgezeigt.

 

7) Nun wurden Texte für den Podcast erstellt sowie weitere Recherche betrieben.

 

8) Erste Sprechproben erfolgten und eine Auswahl von einem Jingle erfolgt.

 

9) Zweites Zwischenstandsgespräch

 

10) Aufnahmen des Podcast mit anschließender Bearbeitung durch das Programm Audacity. (Kostenfreies Programm und bereits aus Schul-PCs vorhanden)

 

11) Präsentation vor der Klasse + Feedback und Bewertung

 

12) Abschlussdiskussion im Plenum zum Thema und dem methodischen Vorgehen

 

 

Im Folgenden sollen die anvisierten Ziele der Projektarbeit beleuchtet werden:

Thematisch sollte sich durch die Gruppenarbeit dem Begriff „Medizinethik“ zugewandt sowie der Fokus auf die damit verbundenen moralischen Fragestellungen gelegt werden. Die Teilthemen Lebensanfang, -mitte und –ende wurden durch Beispiele wie: Gentechnik, Embryonen (Beginn des Lebens), Enhancement, Abtreibung, Sterbehilfe, Tod u.a. gelungen aufgefangen und schufen so bei den Mitschülern Verständnis für das Thema und sensibilisierten sie zugleich mittels einfacher, prägnanter Erklärungen.

 

Der zum Einsatz kommende Medienumgang wurde durch Erstellung von Podcasts insofern gewinnbringend genutzt, da das Wissen für Hörer spannend und verständlich aufbereitet wurde und die SuS somit sich selbstkritisch im Umgang damit übten. Sie lernten dabei quasi nebenbei.

 

Durch das Projekt konnten die SuS zudem mehrere Fachkompetenzen trainieren. Der mediale Zugang zur Thematik und die Durcharbeitung zeigten den SuS Zusammenhänge auf, die sie selbstständig und lösungsorientiert entwickelten und dabei auch das ethische Argumentieren weiter vertiefen konnten. Durch Interaktion und Mitteilungsmöglichkeiten wurden Diskussionsräume eröffnet, die eine eigene Lösung und Produkterstellung realisierbar werden ließen.

 

Somit gelang es auch überfachliche Kompetenzen zu vertiefen. Genannt seien hier an erster Stelle die soziale Kompetenz, die auf das Verständigen, Kooperieren und das Verantwortung übernehmen abzielten. Ebenso die Sprachkompetenz, die sich mit der Informationsbeschaffung sowie diversen Kommunikationstechnologieeinsatz auszeichnete. Und letztlich noch eine Selbstregulation und das damit verbundene sich auf das Thema einlassen, das sich in der stets hohen Motivationshaltung der SuS wiederspiegelte.

 

Alle aufgeführten Ziele wurden von den SuS in Angriff genommen und lieferten durchweg zufrieden stellende Produkte, die die gesetzten Ziele somit allesamt erfüllten. Jedoch bedarf es einer nun folgenden Vertiefung der einzelnen Gruppenleistungen durch die nachfolgenden Jahrgänge.

 

Die Beteiligten erfüllten diverse Aufgaben, die jetzt umrissen werden sollen:

Zum einen zeichnete sich meine Rolle als Lehrkraft dadurch aus, dass ich der Initiator des Projekts war (inklusive Vorarbeit – Materialsichtung, geeignete Aufnahmeprogramme)  und die Erklärfunktion bei der Vorgehensweise übernahm. Während des Prozesses selbst fungierte ich als Lernbegleiter, der den SuS immer wieder für Rückfragen zur Verfügung stand und ihnen Tipps bei der Themenfokussierung sowie zeitlichen Rahmenvorgaben gab (vor allem bei den Zwischenstandsgesprächen). Die andere Funktion oblag mir in der Bewertung der Gruppenleistungen.

 

Die SuS waren die Hauptakteure, indem sie als Podcastersteller agierten. Ihre Aufgaben bestanden in der Gruppenorganisation, Materialsichtung, vertiefender Rechercheleistung, Textproduktion, Sprechaufnahmen, Bearbeitung und schließlich der Präsentation der Podcasts. Insgesamt also ein hohes Aufgabenpensum.

 

Bedeutsam für diese Projektarbeit ist die Bewusstwerdung des methodischen Vorgehens, welches aufeinander aufbauend den SuS Struktur und Einstiegsmöglichkeiten in die umfangreiche Thematik liefern soll.

 

Der Einstieg erfolgte über ein Brainstorming, um mögliches Vorwissen der SuS zu aktivieren und zu überblicken. Außerdem erfolgte so im ersten Schritt bereits eine Sensibilisierung für die Thematik.

Über eine Textarbeitsphase wurde der Zugang weiter geebnet, in den der Prozess der Gruppenfindung führte.

Die eigentliche Projektarbeit erfolgte dann innerhalb der Gruppen, durch die bereits beschriebenen Arbeitsschritte, die die Podcasterstellung zum Mittelunkt ihrer Erarbeitung werden ließ. Der Umgang mit Medien wurde über die gesamte Zeitspanne hinweg trainiert.

Und am Ende erfolgte eine Ergebnispräsentation vor der Klasse mit Feedbackrunde, wodurch eine Würdigung der Gruppenleistung erzielt wurde. In der Abschlussdiskussion wurden einzelne positiv und negativ wahrgenommene Aspekte besprochen, um eine kontinuierliche Verbesserung dieser Arbeitsform zu realisieren.

 

Da das Thema Medizinethik einen so großen Themenbereich abdeckt wurden ja drei Untergruppierungen, im Sinne der didaktischen Reduktion, zur Auswahl gestellt.

Der Medieneinsatz von Podcasts bot sich hier sehr gut an, da die SuS vor die Aufgabe gestellt wurden im Zuge von Selbstorganisation und thematischer Gewichtung einen Podcast zu erstellen, der für sie selbst sowie ihre Mitschüler gut zum Lernen dienlich ist und bei der Abiturvorbereitung genutzt werden kann. Das kompakt verfügbare Wissenspakt pro Podcast kann dabei sehr vielfältig weiter genutzt werden.

Entscheidendes Momentum bei der Podcastarbeit war für mich als Lehrer wahrzunehmen, dass die SuS ein hohes Interesse aufzeigten ihre eigenen Produkte zu erstellen und diese anderen zu präsentieren (ein ähnliches Verhalten zeigt sich auch bei Youtube-Clips). Demzufolge ist ein solcher Umgang mit den Medien in unserer heutigen Zeit der zunehmenden Digitalisierung verstärkt zu beleuchten, auch kritisch.

In diesem Zusammenhang berichteten mir die SuS auch, dass sie selbst häufiger Erklärvideos zur Klausurvorbereitung nutzen. Nun wurden sie darin geschult selbst Lernmedien mittels einfachen Technikeinsatzes selbst zu erstellen und für andere nutzbar zu machen.

Außerdem wurde kontinuierlich der Teamprozess und die Entwicklung hin zu einer stärken Gruppengemeinschaft vorangetrieben, was besonders förderlich für einen zusammengesetzten Ethikkurs ist, bei dem sich die SuS sonst nur wenig kennen und nur schwer kennenlernen.

 

III. Bewertung des Projektverlaufs

 

In der Retroperspektive kann ein durchaus positives Resümee bei der Podcasterstellung gezogen werden. Einige Aspekte sollen dafür vorgestellt werden.

Als besonders positiv empfand ich über den gesamten Projektzeitraum hinweg die Arbeitsatmosphäre. Diese zeichnete sich durch eine konzentrierte Arbeitshaltung, hohe Motivation etwas zu erfahren und zu gestalten sowie ein Miteinander aus. So halfen sich auch die einzelnen Gruppen untereinander, wenn Hindernisse bei der Bearbeitung auftraten.

Ein weiterer positiver Aspekt zeigt sich darin, dass die Gruppen selbstständig an ihrer Schwerpunktsetzung arbeiten konnten und so ihre Interessen in den Vordergrund traten. Auch wenn die Podcasterstellung für viele SuS Neuland war, so zeugen die beigefügten Lernergebnisse von einem durchaus positiven Ergebnis.

Die SuS konnten während des Projektes ihrer fach- und medienspezifischen Kompetenzen weiter ausbauen. Durch die Podcasts erhielten die SuS nach und nach bei den Präsentationen einen umfangreichen Einblick in die spannende Thematik der Medizinethik. So erfuhren
sie, welchen Einfluss die Medizinethik auf unser Leben ausübt; und das von Anfang bis Ende. Diese Sensibilisierung für die Thematik kam bei allen SuS positiv an und wurde auch so im Feedback wiedergespiegelt.

Für viele SuS war vor allem der kritische Umgang mit dem Projektthema sehr interessant. Analyse-, Argumentations- und Urteilskompetenz wurden gleichermaßen geübt.

Im nächsten Schritt muss nun eine Verknüpfung mit anderen Schulfächern erfolgen, um die Schnittstellen der Medizinethik über die Schulfächer hinweg sichtbar und verstehbar werden zu lassen. So merkten die SuS immer wieder einmal an, dass sie davon etwas im Biologieunterricht gehört hätten und sie dies nun auch hier im Ethikunterricht betrifft. Überschneidungen wurden erkannt und müssen nun weiter vertieft werden.

Eine Abstimmung unter uns Fachkollegen scheint mir daher enorm wichtig, um eine zeitgleiche Themenbehandlung zu ermöglichen. Die Podcasterstellung kann dann zugleich in den Fächern Ethik und Biologie (und eventuell noch weiteren) erfolgen. Ziel wird somit eine schrittweise Verknüpfung sein, um Synergieeffekte nutzbar werden zu lassen.

Gerade dieses Projekt zeigt, wie nützlich medienpädagogische Projekte für den Unterrichtsalltag sind. Ganz im Sinne eines Flipped-Classroom können wir die SuS auf anderen Lernkanälen abholen, oder sie sogar selbst zu handelnden Akteuren im Lernprozess werden lassen. Wir Lehrer bleiben Initiatoren, die aber stärker auf die Interessen und Ideen der SuS im Medienumgang eingehen sollten. Im zentralen Prozessverlauf werden Lehrer zu Lernbegleitern und die SuS werden zu Hauptakteuren, die sich den vielfältigen Aufgabenbereichen beschäftigen.

Aber es darf hierbei auch Kritik geübt werden. Eine Schwierigkeit stellte für die SuS die genaue Tonqualität dar. Eine Abhilfe könnte hier eine Medienausstattung in der Schule darstellen, die einen Raum mit entsprechendem Equipment zur Verfügung stellt. Die Qualität der Podcasts kann so auf einem dauerhaft hohen Niveau erhalten bleiben. Zudem kann der Raum von allen Fächern genutzt werden. Nicht nur zur Podcasterstellung, auch ein Schulradio oder andere medienpädagogische Konzepte könnten so auch an unserer Schule in den Fokus rücken.

Insgesamt hat das Projekt bei meinen Schülern und mir einen durchweg positiven Eindruck hinterlassen, der aussagt, dass es sich wirklich gelohnt hat sechs Wochen Arbeit zu investieren. Wir Menschen unterliegen einer stetigen Kommunikation, in verschiedenen Formen. Mir ging es darum, diese gezielt im Unterricht zur Anwendung zu bringen und die SuS in einem selbstständigen Arbeitsrahmen handlungsorientiert agieren zu lassen. Uns Menschen zeichnet aus anthropologischer Sicht die Sprache als ein zentrales Merkmal aus. Die Fähigkeit des Sprechens und Verstehens galt es in kreativer Form aufzugreifen. Wissen muss nicht immer vom Lehrer vermittelt werden. Meine positive Erfahrung mit Podcasts besteht vor allem darin, dass SuS ihre Kompetenzen kennenlernen und trainieren. Dabei können sie selbst zu Wissensvermittlern werden. Zugleich erlangten sie einen stetig wachsenden medienkritischen Umgang; sie lernten das Lernen zu lernen. Nur der kritisch reflektierte Umgang bringt uns voran und schafft somit eine tiefergehende Lernbasis, als reines „Hinnehmen“ von Fakten.

 


[1] Schülerinnen und Schüler werden im Folgenden mit „SuS“ abgekürzt.

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