Medienkunde wieder machbar: 450 km scheuen wir nicht!

Steckbrief

Digitale Bildung

99718 Westerengel (Thüringen)

Grundschule Westerengel

Projektleiter: Maria Warta

Klassenstufe: 1-4

Teilnehmer: 250

Läuft bis: 30.09.2015

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Wir werden seit drei Jahren von der Schulverwaltung hingehalten. Wir haben ein sehr großes und völlig leeres Computerkabinett. Es sind keine Gelder da und es wird in den nächsten Jahren auch keine Geld dafür geben. Das Unterrichten des Faches Medienkunde ist somit nicht möglich. Teilweise haben die Lehrer eigene alte ausgesonderte PCs mitgebracht, die jedoch schon überaltet sind. Das Verwenden von Lernsoftware ist schwierig, da die alten Rechner schnell überfordert sind und dann abstürzen. Wir freuen uns daher sehr über die PC- und Monitor-Spende für die wir von Thüringen bis nach München und Berlin fahren.

 

Kämpfen lohnt sich!
Unsere Grundschule liegt in Westerengel. Das ist ein kleiner Ort im Kyffhäuserkreis (Thüringen). Wie viele Kreise ist auch unserer finanziell nicht gut bestückt. Unsere „neuesten“ Computer sind von 2008 und laufen eher schlecht als recht. Ständig stürzen sie ab, einige Lernprogramme laufen gar nicht, sie sind sehr laut und extrem langsam. Wir haben 8 kleine Flachbildmonitore ansonsten nur extrem große Röhrenmonitore, die fast den ganzen Tisch einnehmen. Als ich von dem Projekt „PC- Spende“ von „Das macht Schule“ gelesen habe, habe ich unsere Schule sofort angemeldet. Ein paar Tage später hatte ich sogar schon die Zusage. Ich konnte unser Glück kaum fassen. Wir dürften eine Woche später schon die 25 PCs in München und 25 Monitore in Berlin abholen. Gern wollte ich mit meinem Mann alle Geräte mit unserem PKW abholen – was tut man nicht alles für seine Schule.

 

Jedoch musste ich noch die Schulverwaltung über unser Glück informieren, da die Geräte schließlich in ihren Räumlichkeiten (unsere Schule) stehen sollten. Deswegen telefonierte ich mit einigen Ansprechpartnern der Behörde. Doch es gab kein: „Toll, wir freuen uns für Sie“, sondern sie sahen nur Probleme. Wir seien das Entsorgungsunternehmen der Firmen und sie hätten kein Geld für Lizenzen oder Installations- und Wartungskosten. Daraufhin schrieb ich einen längeren Brief, in dem ich die Systemvoraussetzungen der PCs mitteilte, die wesentlich besser waren als alle zu diesem Zeitpunkt in unserer Schule vorhandenen, verzichtete auf Installations- oder Wartungsleistung und bot an, die alten PCs und Röhrenmonitore selbst zu entsorgen. Ich begründete, wofür wir die Rechner dringend brauchen, um überhaupt die Lehrplanziele erfüllen und zeitgemäß unterrichten zu können. Doch leider bekam ich nun nur eine Absage von ganz oben. AUS DER TRAUM. Ich rief bei „Das macht Schule“ an und sagte unsere Abholtermine ab. Frau Bauer, Ansprechpartnerin für die PC-Koordination bei „Das macht Schule“, wollte jedoch noch nicht aufgeben. Sie telefonierte mit unserer Schulverwaltung und versuchte sie zu überzeugen, allerdings bekam auch sie nur eine Absage. Doch sie glaubte an unsere Schule und empfahl mir die Rechner trotzdem abzuholen. So schnappte ich meine Sachen und holte noch am gleichen Tag die Monitore ab. Da ich sie nicht mit in die Schule bringen durfte, lagerten die Monitore und PCs zunächst in meinem Wohnzimmer. Jetzt hieß es nachdenken. Ich las mir das Ablehnungsschreiben erneut durch und versuchte die Bedenken der Behörde auszuräumen. Der Punkt der fehlenden Nachhaltigkeit war natürlich albern. Kaum ein Modell ist so nachhaltig wie dieses. Ein weiterer Kritikpunkt war das Betriebssystem Windows Vista. Daher beauftragte ich meinen Mann auf einen der Rechner Windows 7 zu installieren und auf Windows 10 hochzustufen. Alles lief hervorragend und der Förderverein gab die Zustimmung, die fehlenden Lizenzen zu kaufen.

 

Also hieß es, einen neuen Brief an die Schulverwaltung schreiben. Und tatsächlich: nach ein paar Wochen bekam ich unter verschiedenen Auflagen (keine Installationsleistung, Wartung etc.) eine ZUSAGE! 😊 Wir installierten ein paar Tage lang die Betriebssysteme und was man sonst noch alles zum Lernen braucht auf allen Rechnern. Jetzt arbeiten wir fast täglich an unseren PCs. Im Unterricht nutzen wir sie für verschiedene offene Lernformen. Die Kinder benutzen Lernsoftware, schreiben ihre eigenen Geschichten ab, entwerfen ihre eigenen Weihnachtskarten mit Paint, schreiben Dankeschönbriefe
Auch wenn wir sie nicht mit dem Internet verbinden dürfen, ist dies schon ein ganz anderes Arbeiten.
DANKE, DANKE, DANKE!

 

Das macht Schule’s Kommentar: Bei diesem Projekt haben wir wirklich schlimm mitgeschwitzt und gefiebert. Uns hatte die Nachricht, dass die Geräte nicht genutzt werden dürften, trotz dessen die Schule bereit war, alle Kosten allein zu tragen, völlig umgehauen. Unsere Empörung und Ratlosigkeit haben wir in unserem Netzwerk geteilt – die übereinstimmende Reaktion der vielen engagierten Menschen, nicht aufzugeben, gaben wir als Ermutigung an Frau Warta weiter. Und wir sind so froh, dass es gut ausgegangen ist! Das haben die Kinder, die jetzt mit den Rechnern Spaß haben dürfen, vor allem dem tatkräftigen und couragierten Einsatz Ihrer Schulleiterin Frau Warta zu verdanken, die nicht nur bereit war, weite Strecken zu fahren, um gebrauchte und brauchbare Geräte für Ihre Schule zu organisieren, sondern auch das Risiko eingangen ist, die Rechner nicht nutzen zu dürfen, die doch so dringend an der Schule gebraucht wurden. Wir gratulieren zu diesem erfolgreichen Projekt!

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