Giving Tuesday: Umweltscouts gegen Plastikmüll

Steckbrief

Klima AG gründen

85540 Haar (Bayern)

Ernst-Mach-Gymnasium

Projektleiter: Edwin Busl

Klassenstufe: 5 - 13

Teilnehmer: 60

Läuft bis: 27.11.2018

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Am 27.11.2018 starteten wir die Aktion „Haar FAIRpackt“ in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Haar, um ein Zeichen zu setzen – gegen Konsum, gegen Plastik und für Fairen Handel. 23 Kinder waren im Jagdfeldzentrum unterwegs und beschenkten die Menschen mit fairen Bio-Baumwolltaschen, die mit dem Schriftzug „Haar FAIRpackt“ bedruckt waren.

 

Die Idee zu dieser Taschenaktion kam von den beiden Neutklässlerinnen Sofie und Maja. „Wir finden einfach, dass viel zu viel Plastik im Umlauf ist. Und bei den Tüten kann man ja ganz einfach anfangen“, sagen die beiden.

 

„Ich hab überhaupt keine einzige Plastiktüte mehr daheim. Aber es gibt ja noch schlimmeren Irrsinn, wie zum Beispiel die Kaffeebecher, die sich die Leut zum Mitnehmen kaufen.“ berichtete ein älterer Herr, der sich sehr über die Tasche freute. Viele Leute kamen mit den Kindern ins kritische Gespräch und lobten die Aktion, mit der wir die ungeheure Plastikflut thematisierten und dem Konsumrausch von Black Friday und Cyber Monday etwas entgegensetzten.

 

Bereits im Vorfeld haben die Kinder informative Plakate zu den Themen Plastik und ökologischer Fußabdruck gestaltet, die dann im ganzen Einkaufszentrum verteilt präsentiert wurden. Viele Einkäufer blieben stehen und informierten sich mit Interesse über Kunststoffe in den Mägen von Eissturmvögeln in der Nordsee oder darüber dass Plastiktüten nur 20 Minuten benutzt werden, aber 200 Jahre halten.

 

Von dem Projekt konnten die beteiligten Schülerinnen und Schüler viel mitnehmen: Einerseits wurde die Kommunikationsfähigkeit und das Selbstbewusstsein geschult, weil sie offen auf fremde Personen zugegangen sind und sich mit ihnen über ein Thema unterhalten haben, was ihnen am Herzen liegt. Außerdem wurde die Kreativität geweckt und so kamen weitere Ideen zustande, wie Plastikmüll eingespart werden kann. Zum Beispiel hat die Gruppe im Nachhinein gemeinsam Bienenwachs-Tücher als Alternative für Frischhaltefolie gebastelt. Und besonders schön ist, dass die Schülerinnen und Schüler mit dem Projekt zwei wichtige Themen, nämlich Fair Trade und Umweltschutz, miteinander verknüpft haben. Die Botschaft ist: Es gibt Alternativen zum bisherigen Konsumverhalten!

 

Die Gemeinde Haar beteiligte sich gerne an der Aktion und sogar Bürgermeisterin Gabriele Müller nahm sich die Zeit, zusammen mit den Kindern die Taschen zu verteilen. „Wir freuen uns auch, dass sich die Geschäfte hier der Aktion so aufgeschlossen zeigen. Sie wurden mit den Taschen beliefert und freuen sich, diese an ihre Kunden weitergeben zu können. Das ist eine gute Voraussetzung für unseren Fair Trade Gedanken in Haar“, sagt die Rathaus-Chefin.

 

Engagierte Schülerinnen und Schüler haben Tradition an unserem Gymnasium: Seit über 10 Jahren gibt es im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung vielfältige Projekte und Aktionen. Gemeinsam mit den Schülern wünsche ich mir, dass auf höherer Ebene die richtigen Weichen gestellt werden und Kinder und Jugendliche mindestens einmal im Jahr die Möglichkeit bekommen, ihre Forderungen den Politikern mitteilen zu könen. Denn diese Aktion zeigt, dass sich junge Menschen mit den gegenwärtigen Herausforderungen auseinandersetzen, sich einmischen und bereit sind ihre Zukunft mitzugestalten.

 

 

 

 

 

 

 

 


Weiteres Material

Presseerklärung Giving Tuesday FAIRpackt

 

Presse

BDreiHundertVier.de vom 30.11.2018

Hallo München vom 04.12.2018

 

 

 


 

Hier die Laudatio vom 8. Juli 2019:

 

Ihr Klima-Projekt „Giving Tuesday: Umweltscouts gegen Plastikmüll“ ist uns besonders aufgefallen – als ein Vorbild, wie engagierte Lehrkräfte mit ihren Schülern etwas für die Gesellschaft bewirken können. Deshalb möchten wir Ihr Projekt heute als eines von deutschlandweit 10 Praxisprojekten auszeichnen und Ihnen und den beteiligten Schülerinnen und Schülern dazu herzlich gratulieren.

 

Sich aktuellen Herausforderungen stellen, Verantwortung übernehmen – wie wäre es, wenn das zu einer kulturellen Leitidee von Schulen würde? Sie haben mit Ihren Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie man das pragmatisch umsetzen kann. Und das gleich mit dreifacher Wirkung:

 

  • Auf nachhaltigen Konsum und fairen Handel aufmerksam gemacht
  • Ideen der Schüler aufgegriffen, unterstützt und dadurch Selbstwirksamkeitserfahrungen bei ihnen ermöglicht
  • Schülern Freiräume gegeben, um Verantwortung zu übernehmen und Kompetenzen wie Kommunikation, Kreativität und kritisches Denken gefördert

 

Das alles stärkt die Rolle von Schulen in der Gesellschaft. Praxisprojekte wie Ihres müssen sichtbar werden, als Vorbild, damit sie Schule machen können. Und um deutlich zu machen, wie wichtig Schulen für die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft sind.

 

Beeindruckt hat uns, wie Sie die Ideen der Schülerinnen und Schüler ernst genommen und unterstützt haben, sodass daraus ein umfangreiches Klima-Projekt wurde, welches auch Aktivitäten an weiteren Schulen zur Folge hatte. Bei der Aktion im Einkaufzentrum sind die Schülerinnen und Schüler auf Passanten zugegangen, haben Taschen verteilt und über die Folgen von Plastikmüll informiert. Dabei ist allen Beteiligten bewusst geworden, wie wichtig Umweltschutz ist und dass er eng mit fairem Handel zusammenhängt. Das Ernst-Mach-Gymnasium lebt vor, wie gesellschaftliches Engagement funktioniert. Dafür zeichnen wir Ihr Praxisprojekt aus – als ein Vorbild für ganz Deutschland.

 

Wir überreichen Ihnen die Auszeichnung, damit diese in Ihrer Schule immer wieder daran erinnert, was möglich ist, wenn Menschen eine Vision haben und diese gemeinsam umsetzen. Sie haben allen Grund sich und Ihre Schülerinnen und Schüler zu feiern.