Spende dein Pfand – Jugend bewegt!

Steckbrief

Freies Projekt

22761 Hamburg (Hamburg)

Stadtteilschule Bahrenfeld

Projektleiter: Samantha Owusu

Klassenstufe: 8

Teilnehmer: 25

Läuft bis: 30.04.2017

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Wenn Pfandflaschen achtlos in den Müll geworfen werden, geht das Rückgeld verloren. Nicht aber an den Schulen, die mit uns zusammenarbeiten. Dort werden fleißig Pfandflaschen gesammelt – für einen guten Zweck. Die Initiative „Spende Dein Pfand – Jugend bewegt“ wurde im August 2016 von einem Schüler NRW ins Leben gerufen. Mittlerweile hat es sich zu einer bundesweiten Initiative entwickelt, die tagtäglich wächst. Schulen allerorts sammeln auf diese Weise Flaschen, deren Erlös wir als gemeinnützigen Verein an soziale Einrichtungen spenden. So verhindern wir, dass die Plastikflaschen in den Müll gelangen oder in der Natur landen und der Umwelt schaden – und spenden gleichzeitig für wohltätige Zwecke. Dadurch motivieren wir Menschen bundesweit, ganz einfach Gutes zu tun. So werden unsere Partner aus dem Bildungssektor mit jeder Spende zu Aktivisten für eine bessere Welt. Bisherige Unterstützer sind die Stadt Hamm und der Grüne Punkt.

 

Unserer Philosophie nach können wir alle – Flasche für Flasche – unsere Gesellschaft verbessern. In der Einfachheit und Effizienz liegt dabei das besondere Potential von „Spende Dein Pfand“. Wir wollen von Jung bis Alt zu mehr gesellschaftlichem Engagement motivieren, die Bildung von geflüchteten Kindern fördern und aktiv mit Vereinen wie Eziden Weltweit e.V. zusammenarbeiten und durch die finanzielle Unterstützung seitens unserer Initiative die Integration von Flüchtlingen erleichtern. Die Profilklasse (der Stadtteilschule Bahrenfeld) Fit³- „Körper, Geist, Gemeinschaft“ engagiert sich tatkräftig für das Projekt.Der Schwerpunkt des Profils ist die achtsame Auseinandersetzung mit seiner körperlichen und geistigen Stärke und der respektvolle Umgang mit seinen Mitmenschen und seiner Umwelt. Nach nur drei Wochen der Einführung von Spende dein Pfand wurden 292 Flaschen gespendet. Ein toller Erfolg!

 

Alles begann mit einer Idee, sich sozial zu engagieren und gleichzeitig etwas für den Umweltschutz zu tun. Diese wurden vom Gremium der Klassensprecherinnen und -sprecher sehr begrüßt und sollte schnell umgesetzt werden. Dafür war eine Kooperation mit weiteren Schülerinnen und Schülern nötig. Welche Klasse wäre da besser geeignet als eine, die sich gerade mit dem Thema Umwelt beschäftigt und Lust auf Engagement für die Gesellschaft hat – die Profilklasse Fit³.
Klasse und Gremium taten sich zusammen und begannen, das Projekt umzusetzen. Zuerst wurden die Spendenziele in Workshops genauer erkundet und verstanden, denn Transparenz muss bei einem solchen Vorhaben das oberste Ziel sein: Das gespendete Geld sollte nach Irak und Kenia zu Projekten, die gegen Terror und Genitalverstümmelung kämpfen, gehen. Die Schülerinnen und Schüler näherten sich den Themen mit Plakaten, Gesprächen und Recherchen.
Dann kam schnell der praktische Anteil. In der Schule wurden Pfandboxen aufgestellt. Unterstützung vonseiten der Schulleitung erfolgte durch eine Lautsprecherdurchsage an alle Klassen. Die restliche Verantwortung lag bei den Jugendlichen alleine – unterstützt durch FSJlerin Samantha Owusu. Diese betont hierzu: „Wenn die Schülerinnen und Schüler weggerutscht wären, wäre das Projekt auch zusammengebrochen!“ Das sind sie aber nicht und so wurde die Aktion ein voller Erfolg!

 

Durch das Projekt haben die Schülerinnen und Schüler viel gelernt und wichtige Erkenntnisse gewonnen: „Ich versteh jetzt wirklich, warum“. Dieses Warum bezieht sich sowohl auf die Komponente des Recyclings von Pfandflaschen als auch die politische Arbeit. Und natürlich war vor allem die übertragene Verantwortung essentiell für das Wachsen der Jugendlichen. Beispielsweise haben sie selbst herausgefunden, wo es sinnvoll ist, eine Pfandbox aufzustellen und wo nicht. Sie haben eigenständig Zuständigkeiten aufgeteilt und mussten auch mit Rückschlägen klarkommen. Der wohl größte war, als ein Pfandbon vom Automaten nicht ausgegeben wurde und so 35 Euro verloren waren. Um das Geld schnell wiederzubekommen, veranstaltete die Klasse dann ein Büfett. So konnte auch dieser Betrag noch gespendet werden. Das ist Verantwortungsgefühl vom Feinsten! Insgesamt war bzw. ist das Projekt eine tolle Sache, die den Schülerinnen und Schülern Bestätigung und Anerkennung beschert und sie vor allem mit dem Gefühl zurücklässt: Hey, ich kann ja richtig was bewirken!

 


Das macht Schules Kommentar: Über einen solchen Erfolg freuen wir uns auch sehr. Herzlichen Glückwunsch und weiter so!


 

 

Auszeichnung

Die Auszeichnung wurde im Oktober 2017 duch Frau Melzer, Bezirksamtsleiterin, übergeben. Hier ein Auszug aus der Laudatio:

 

Beeindruckt hat uns, wie Samantha Owusu euch während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres ermutigt hat, sich zu engagieren. Ihr habt euch für die Flaschenpfand-Spende entschieden, um das Pfandgeld für soziale und nachhaltige Projekte zu spenden. Ihr habt euch die Spendenziele überlegt, Workshops organisiert und Plakate für euer Vorhaben gestaltet. Drei Pfandboxen stehen mittlerweile auf dem Schulgelände, in die Lehrer und Schüler ihre Leergutflaschen entsorgen können. Ihr habt den Erlös unter anderem an das Kinderrechteforum (KRF), an die Umweltschutzorganisation „Robin Hood“, an das „Friedensdorf International“ gespendet und ein Studienförderprojekt für jesidische Mädchen im Nordirak unterstützt. Eure Schule lebt vor, wie Engagement funktioniert – dafür zeichnen wir Samatha Owusu und euch aus. Das Praxisprojekt der Stadtteilschule Bahrenfeld ist ein Vorbild für ganz Deutschland.