Jung-Aktiv-Nachhaltig!

Steckbrief

Klima AG gründen

04178 Leipzig (Sachsen)

Max-Klinger-Schule

Projektleiter: Felix Englisch

Klassenstufe: 11-13

Teilnehmer: 50

Läuft bis: 30.06.2016

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Unsere Schulprojektgruppe setzt sich für mehr Nachhaltigkeit an Schulen und in der Bildung ein. Durch Aufklärung unserer Mitschülerinnen und Mitschüler und Durchführung von ökologisch und pädagogisch wertvollen Projekten möchten wir einen Teil zu einer nachhaltigeren Gesellschaft beitragen.

 

Entstehung der Projektidee

 

GreendayDie Projektidee entstand auf dem Jugendkongress „Zukunft Selber Machen!“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vom 04. bis 06. September 2015 in Osnabrück. Jugendliche aus ganz Deutschland suchten gemeinsam nach einem Ansatz, wie man zu einer nachhaltigen Gesellschaft beitragen kann. Um auf die Gesellschaft Einfluss nehmen zu können, muss man bei der Schülergeneration ansetzen, da nur hier wirkliche Erfolgschancen auf eine Transformation bestehen. Ziel der Ideenstifter von „Jung-Aktiv-Nachhaltig“ war, dass das Eigenengagement der Schülerinnen und Schüler gefördert werden soll, damit diese sich selbst zu Umweltthemen informieren, ihre Mitschüler und Mitschülerinnen aufklären und lokal Projekte für mehr Nachhaltigkeit durchführen, die einen pädagogischen Einfluss ausüben. Von einer Pilotschule ausgehend, an der die Projektidee getestet wird, soll „Jung-Aktiv-Nachhaltig!“ sich ausbreiten und auch an anderen Schulen junge Menschen dafür begeistern, sich zu engagieren. Als Pilotschule entschied man sich für die Max-Klinger-Schule, ein Gymnasium in Leipzig, da hier ein Botschafter des Kongresses, Felix Englisch, zur Schule geht. Auf dem Kongress gewann das Projekt sogleich wichtige Kontakte und Unterstützerinnen und Unterstützer, wie die Vaude-Chefin Antje von Dewitz und vor allem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt selbst. Alle Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer verliehen dem Projekt ein Startbudget von 320 Euro.

 

Die Einführung des Projektes

 

Zur Einführung des Projektes an seiner Schule suchte sich Felix Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Schülerrat. Unterstützung erhielt er außerdem von Seiten der Schulleitung, der Lehrerinnen und Lehrer und der Eltern. Nach einer breiten Bekanntmachung meldeten sich eine Gruppe von Schülerinnen, Schülern und eine Lehrerin zur Teilnahme. Gemeinsam berieten sie über das weitere Vorgehen. Vor allem die Frage nach dem Themenschwerpunkt aus dem Bereich der Nachhaltigkeit war zu klären und sie entschieden sich am Anfang für das Thema Ernährung und weiterhin für die Problematik Plastik und Müll.

 

 

Zum Thema Ernährung war die Idee für ein konkretes Projekt der Bau von Hochbeeten und damit das Anlegen eines Schulgartens auf dem Schulhof unter dem Projekttitel School Gardening. Um etwas gegen den Müll zu unternehmen, beschlossen sie die Durchführung einer umfassenden Müllbekämpfungsaktion. In der ersten Phase soll der herumliegende Müll von freiwilligen Klassen aufgesammelt werden und schrittweise sollte dem Problem auf den Grund gegangen werden. Alicia Goll und Felix entwarfen zu Beginn ein erstes Logo für die Projektgruppe. Bei einem Treffen wurde dem Oberbürgermeister von Leipzig, Burkhard Jung, das Projekt vorgestellt. Er lobte es sehr und versprach, besonders das School Gardening zu unterstützen. Die Mitglieder verfassten ein Konzept für das Projekt. In diesem werden die Ziele und das Vorgehen zum Erreichen dieser beschrieben.

 

School Gardening

 

Aus pädagogischem und nachhaltigem Nutzen beschlossen wir den Bau von drei Hochbeeten auf unserem Schulhof. Die Zustimmung unserer Schulleitung und der Hausmeister erhielten wir und so begannen wir mit der konkreten Planung im November mit Hilfe der Leipziger Urban-Gardening-Gemeinschaft Annalinde gGmbH. Wir besuchten sie in ihrer Gärtnerei, bestellten eine Fachberatung für unser Schulprojekt und lernten so viel Wichtiges. Auch als Zulieferer des Materials dienten sie uns. Finanzierung: Mit dem fertigen Konzept sowie Zeit- und Fianzplan widmeten wir uns der Beantragung der Fördergelder. Das Jugendparlament ermöglichte unser Vorhaben Mitte Dezember durch die Finanzierung mit 500 Euro kommunaler Gelder. Danach konnte die Materialbeschaffung beginnen.

 

Patenklassen

 

Um die Bewirtschaftung sollte sich jeweils eine fünfte Klasse kümmern und so sprachen wir die Klassenlehrerinnen und -lehrer und die Schülerinnen und Schüler an. Die Begeisterung war groß und die Suche erfolgreich. Unter der Betreuung der Projektmitglieder, der Lehrerinnen und Lehrer und von Annalinde wird sich ab Frühjahr 2016 jede der fünften Klassen um ihr Beet kümmern.

 

 

Bau der Hochbeete

 

Viele Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer sollten beim Bau der Hochbeete dabei sein, und so entschieden wir uns für den Tag der offenen Tür der Max-Klinger-Schule am 23. Januar 2016. Mit dabei waren die Mitglieder der Projektgruppe, interessierte Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, ein Vertreter des Jugendparlamentes und drei Vertreterinnen und Vertreter des Ortsverbandes der SPD, mit denen wir zukünftig gemeinsame Aktionen durchführen möchten. Neben dem Errichten und Befüllen der Beete wurde auch ein Rucksack von Vaude verlost. Diesen hatte uns das Unternehmen geschenkt, damit wir mit dem Erlös unsere Projekte finanzieren konnten. In der Woche zuvor und am Tag der offenen Tür selbst haben wir durch den Verkauf der Lose 110 Euro eingenommen. Wenige Tage später war Leipzig Fernsehen bei uns zu Gast, um über School Gardening und die Müllbekämpfung zu berichten. Zukünftiges: Wenn alle Beete mit Kompost und anderem gefüllt sind und der Frühling anbricht, können sich die fünften Klassen aussuchen, welche Nahrungsmittel sie in ihrem Beet anbauen möchten. Um eine dauerhafte Nutzung der Hochbeete zu gewährleisten, soll „School Gardening“ zu einem Ganztagsangebot werden, für das sich auch Schülerinnen und Schüler aus anderen Klassen melden können.

 

Müllbekämpfung

 

MüllbekämpfungWir Schülerinnen und Schüler dachten uns, dass es mit dem Müllverbrauch so nicht weitergehen kann und dass der rücksichtslose Verbrauch und die unsachgemäße Entsorgung des Abfalls dem Planeten ungemein schaden. Dagegen vorgehen wollten wir, indem wir die Schulumgebung von Müll befreien und der Abfall sachgemäß entsorgen. Zuerst trafen sich die Projektgruppenmitglieder an einem freien Tag, um mit Müllgreifern und Beuteln dem Unrat den Kampf anzusagen. Schon nach einer Stunde waren von wenigen Quadratmetern bereinigter Fläche 8 Mülltüten gefüllt. Um mehr Schülerinnen und Schüler zu erreichen und sie spielerisch über die Gefahren von Plastik aufzuklären, zogen wir mit ganzen Klassen in Freistunden oder nach Schulschluss durch die Schulumgebung und sammelten den weggeworfenen Abfall, getrennt nach Papier, Plastik und Restmüll, auf.

 

Mit der Klasse 5/3 sprachen wir anschließend über die Gefahren von Plastikmüll und schenkten ihnen Infohefte von der WWF-Jugend über Plastik in unseren Ozeanen. Auf der Dienstberatung der Lehrerschaft sowie bei dem Vorstandstreffen des Elternrates stellten wir die Projekte von „Jung-Aktiv-Nachhaltig!“ vor. Mit der Schulleitung entwickelten wir die Idee, dass zukünftig Klassen mit Unterrichtsausfall sich das Müllbefreiungsmaterial mit Greifern, Handschuhen und Beuteln ausleihen können und damit unseren Stadtteil bereinigen.

 

Zum alljährlich von der Stadt Leipzig ausgerufenen Aktionsmonat April des Frühjahrsputzes zur Bereinigung der Stadt von Müll plant die Projektgruppe eine große Aktion. Außerdem möchten wir dem Problem auf den Grund gehen und uns selbst sowie die MitschülerInnen zu einem nachhaltigen Leben motivieren, bei dem der Müll nicht nur nicht in die Natur geworfen, sondern gar nicht erst produziert wird.


Das macht Schule Kommentar: Euer Projekt soll Schule machen! Große Klasse wie das Thema Nachhaltigkeit bei euch Einzug hält! Schön, dass wir euer Projekt präsentieren dürfen!


 

Auszeichnung

 

 

Die Auszeichnung wurde im Dezember 2017 übergeben. Hier ein Auszug aus der Laudatio:

 

Beeindruckt hat uns, wie Sie gemeinsam mit Mitschülerinnen und Mitschülern an Ihrer Schule für mehr Nachhaltigkeit sorgen. Sie haben Themenschwerpunkte erarbeitet, die Schulleitung, Lehrer und Eltern mit einbezogen. Ein Schulgarten mit Hochbeeten ist entstanden. Fachlichen Rat holten Sie sich bei der Leipziger Urban-Gardening-Gemeinschaft Annalinde. Mittlerweile bewirtschaftet eine Klasse den Schulgarten. Das Thema Müllbekämpfung war ein weiteres Anliegen. Mit der Schulleitung entwickelten Sie die Idee, dass Klassen mit Unterrichtsausfall zur Müllentsorgung des Stadtteils beitragen können. Um noch mehr Schüler für das Thema zu sensibilisieren, gingen Sie mit verschiedenen Klassen in den Freistunden durch die Schulumgebung und sammelten weggeworfenen Abfall ein. Ihre Schule lebt vor, wie nachhaltiges Engagement funktioniert – dafür zeichnen wir Sie aus. Das Praxisprojekt der Max-Klinger-Schule ist ein Vorbild für ganz Deutschland.

 

 

 


Material