Hundertwasser-Flur

Steckbrief

Klassenraum renovieren

29352 Adelheidsdorf (Niedersachsen)

Grundschule Adelheidsdorf

Projektleiter: Nicola Hashemian

Klassenstufe: 4

Teilnehmer: 120

Läuft bis: 23.07.2013

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Die SuS der Grundschule Adelheidsdorf gestalten einen Flur im Erdgeschoss neu. Zunächst werden die grauen Wände im Rahmen eines Projekttages geweißt, dann selbst entworfene Häuser im Hundertwasser-Stil mit Hilfe großer Schablonen auf die Wände gezeichnet und anschließend klassenweise farblich gestaltet.

So entstand unser Hundertwasser-Flur

 

Das Gebäude der GS Adelheidsdorf besteht aus einem Alt- und einem Neubauteil. Beide Teile werden verbunden durch einen langgezogenen Flur, in dem neben einem Seiteneingang auch die Toiletten der Schülerinnen und Schüler untergebracht sind.
Dieser rau verputzte Flur war zuletzt vor mehreren Jahren mit einer abwaschbaren Wandfarbe hellgrau gestrichen worden.

 

Insgesamt wirkte der Flur zu düster und viel zu eintönig für eine Grundschule, und so kam die Idee auf, ihn neu zu gestalten. Nachdem die Kinder der dritten und vierten Klasse im Kunstunterricht die Werke und Philosophie des Künstlers Friedensreich Hundertwasser kennen gelernt hatten, entschieden wir uns, unseren langweiligen Flur nach dessen Vorbild umzugestalten.
Zunächst bestand der Plan darin, die Kinder ganze Häuser nach dem Vorbild Hundertwassers entwerfen zu lassen, was jedoch dazu führte, dass die Kinder großartige, aber sehr detailgenaue Häuser gestalteten, die für eine Wandbemalung jedoch zu komplex schienen und auch das Platzangebot auf der Wand sprengten.
So wurde in einem zweiten Schritt reduziert: wir entschieden uns, hohe schlanke Türme zu gestalten. Auf diese Weise konnte eine größere Anzahl der Entwürfe auf die Wände übertragen werden und die typischen Hundertwasserelemente und Gestaltungsmittel kamen viel besser zur Geltung.
Zeitgleich fand in einer Wochenendaktionvon Eltern und Lehrern die Vorbereitung der zu gestaltenden Wände statt. Eine blass hellblaue Latexfarbe gab der Wand ein frisches, sauberes Aussehen und überdeckte die Zeichen der Zeit.

 

In der folgenden Woche gingen die Viertklässler ans Werk, nachdem sie im Kunstunterricht aus allen Entwürfen die sieben gelungendsten demokratisch auswählten und sich dabei, ganz sachlich, an den Hundertwasser-Kriterien orientiert hatten.
Aufgrund des schmalen Flures mit der großen, nicht abdunkelbaren Fensterfront war der ursprüngliche Plan, die Entwürfe auf Folie zu kopieren und per Beamer auf die Wand zu projizieren, nicht umsetzbar.
Statt dessen nahmen die Kinder schlicht Bleistift und Radiergummi und übertrugen frei Hand ihre Türme auf die Wand. Die farbigen DinA3-Entwürfe hingen dabei unmittelbar auf Augenhöhe. Die Kinder erwiesen sich auch im großen Rahmen als richtige Künstler und arbeiteten konzentriert und gewissenhaft und beeindruckend präzise.

 

Anschließend teilten wir die Türme so auf, dass jede Klasse der GSA mindestens einen Turm gestalten konnte, und hängten für den Projekttag den Namen der Klasse daneben. Die dritte Klasse hatte zwischenzeitlich einen zweiten Flurabschnitt noch um eine wunderschöne Hundertwasserkirche ergänzt, die natürlich nun auch sie gestalten durften.

 

Am nächsten Montag, nachdem Böden und Fenster sorgfältig und gründlich abgeklebt worden waren, begann unser großer Projekttag. Auf einem Farbbuffet, das von der vierten Klasse betreut wurde, gab es feinen Borstenpinsel, Latex-Abdeckfarben in allen Regenbogentönen, allerlei Utensilien zur Sauberkeit und und und… Die Kinder bestellten sich bei den Buffet-Betreuern kleine Plastik(suppen)schüsseln mit ihrer aktuellen Wunschfarbe sowie den passenden Pinsel und machten sich ans Werk. ZUm Schutz von Haut und Kleidung vor der doch sehr hartnäckigen Farbe trugen alle Kinder mitgebrachte „Malersachen“ sowie Latexhandschuhe; Zitat eines Schülers: „Damit sind wir so richtige Maler!“

 

Organisatorisch konnten natürlich nicht alle Klassen gleichzeitig malen; daher war pro Schulstunde eine andere Klassenstufe an der Reihe Einzelne, stündlich wechselnde Kinder der vierten Klasse waren den gesamten Vormittag über für das Buffet und damit für den ordnungsgemäßen, sparsamen Umgang mit Farben und Materialien zuständig – und erledigten diese verantwortungsvolle Aufgabe mit Bravour!
Was von einer Klasse innerhalb der all zu kurzen Schulstunde nicht geschafft wurde, wurde von den Viertklässern in der letzten Stunde sowie am Folgetag im Werk- und Kunstunterricht fertig gestellt.

 

Nun erstrahlt unser ehemals trister Toilettenflur in herrlich bunten Hundertwasser-Farben, Zwiebeltürme überragen die Türen und recken sich glänzend der Decke entgegen – und die Kinder sind stolz auf ihr Werk. Beim Abschied der Viertklässler vor den Sommerferien befand einer der Großen: „Mit unseren Hundertwasser-Türmen haben wir uns nochmal so richtig verewigt!“
Und damit hat er natürlich vollkommen Recht!

Frische

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