Aktionstag: Willkommen in Stellingen

Steckbrief

Integration in der Schule

22527 Hamburg (Hamburg)

Stadtteilschule Stellingen

Projektleiter: Christian Egbering

Klassenstufe: alle

Teilnehmer: 1100

Läuft bis: 11.05.2016

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Das Projekt  wurde 2016 im Rahmen der deutschlandweiten Aktion „Schüler helfen Flüchtlingen“ als vorbildlich ausgezeichnet. – Schulweiter Aktionstag an dem alle Klassen gemeinsam mit Geflüchteten Projekte starten, die in eine langfristige Kooperation übergehen sollen. Hintergrund: Der Schülerrat der Stadtteilschule Stellingen hat sich schon seit längerem mit der Flüchtlingssituation auseinandergesetzt. Seit ein paar Monaten betreut die STS nunmehr 3 Zentrale Erstaufnahmeeinrichtungen (ZEAs). Die Schülerinnen und Schüler begrüßen, dass die Schule sich engagiert, finden aber, dass man sich besser auf das gemeinsame Leben und Lernen vorbereiten sollte. Zu diesem Zweck hat der Schülerrat einen Aktionstag beantragt und von den Gremien der Schule bewilligt bekommen.

 

 

Dem Engagement und dem Wunsch der Schülerschaft entsprechend wird es an der Schule einen Aktionstag zum Thema „Willkommenskultur an der STS“ geben. 43 Klassen mit über 1000 Schülerinnen und Schüler nähern sich mit zahlreichen Projekten der Thematik an und erhalten interkulturelle Trainings. Dabei sollen solide Partnerschaften zwischen der Schule und den Lerngruppen der ZEAs, in denen unsere neuesten Schülerinnen und Schüler lernen, aufgebaut werden.

 

 

Ablauf:
In den zwei Teilen des Aktionstages sollen die Schülerinnen und Schüler zunächst ein speziell konzipiertes interkulturelles Kompetenztraining erhalten, an dem neben diversen Lehrkräften auch externe Partner einbezogen werden (z.B. Open Eyes Open Hearts, AFS). Im zweiten Schritt des Tages werden alle 39 Klassen (Jg. 13 ist schon freigestellt) ein Kleinprojekt starten, dessen Ziel die Erstellung eines kleinen Projektes zum Thema ist. Insbesondere zu diesem Teil werden zahlreiche Gruppen von Geflüchteten mit den Kindern gemeinsam arbeiten. So werden die Kinder der ZEAs zu Besuch kommen und Flüchtlingsorganisationen Besucher entsenden. Vorträge, Kulturangebote und gemeinsames Basteln, Fotografieren, Malen, Sport treiben, Musizieren und vieles mehr sollen auf dem Programm stehen. Mit dem Aktionstag wollen die STS und all ihre Schülerinnen und Schüler ein lautes und buntes Statement für eine gelungene und in allen Bereichen inklusive Willkommenskultur an der Schule, im Stadtteil, in Hamburg und in Deutschland setzen. Die neu dazugekommenen ZEA-Klassen sollen dauerhaft in die eigene Schulkultur eingebunden werden und durch einen regen Austausch am Schulleben teilnehmen. Am Aktionstag wurde gezielt Kontakt mit Verantwortlichen in den ZEAs und mit dem Lehrpersonal in den ZEA-Lerngruppen aufgenommen. Die angestoßenen Projekte sollen sich verfestigen und zu dauerhaften Kooperationen führen.

 

 

Vorlauf:

Einige der Projekte hatten zum Ziel, Gelder zu erwirtschaften, die unserem Kooperationspartner Open Eyes Open Hearts zugutekommen sollen, der sich stark für eine gelungene Willkommenskultur an Schulen einsetzt. Hierfür wurden eigens Sticker erstellt, die eine Klasse verkaufte. Es haben sich an dem Projekt Open Eyes Open Hearts, die 3 ZEAs der Nachbarschaft, AFS, Dialog-P, Imam Ercan Yüksekkaya und Fotokünstler Kevin Mc Elvaney beteiligt. Die Abholung musste organisiert werden. So stand lange im Raum, einen Bus zu chartern. Letztlich sollten die SchülerInnen aus den ZEAs aber zu Fuß abgeholt werden. Das Schulsprecherteam hat eine Dolmetschergruppe ins Leben gerufen, die am Aktionstag bereitstanden. Es wurden die Sprachkenntnisse aller Oberstufenschüler erhoben und die passenden SchülerInnen für den Tag freigestellt. Die Verteilung der Projekte wurde bereits Wochen zuvor im Lehrerzimmer ausgehängt und für alle Klassen offen gehalten. So konnten die Tutoren gemeinsam mit ihren Klassen entscheiden, welche Art von Projekt umgesetzt werden sollte. Hier wurden auch die externen Angebote ausgehängt und verteilt. Insbesondere in den letzten Tagen vor dem Aktionstag bedurfte es gezielter Ansprachen durch die Orgaleitung. Das interkulturelle Trainingsangebot wurde in Form von Materialien und Unterrichtsentwürfen im Lehrerzimmer ausgelegt. Dabei wurden unterschiedliche Schwierigkeits- und Altersstufen berücksichtigt. Die Materialien wurden von einem Team zusammengestellt. Um Problemen vorzubeugen wurde ein System der Zuteilung von ZEA-Lerngruppenleitern und Orga-Leitung erdacht, mit dem es möglich war, die ZEA-Schüler auch ohne gemeinsame Sprachkenntnisse den passenden Gruppen zuzuordnen (Farbige Bänder mit entsprechendem Code). Die Liste mit dem Farbcode sollte an einem Infopoint, im Sekretariat und im Lehrerzimmer ausliegen (siehe unten). Mit der Mensa hat die Schulleitung ausgehandelt, dass alle Schülerinnen und Schüler aus den ZEAs am Aktionstag gemeinsam mit ihren Gastgeberklassen essen gehen können. Es wurde eine Woche vor dem Aktionstag eine Pressemitteilung herausgegeben und einzelne Journalisten wurden gezielt angesprochen. Die Orgaleitung koordinierte zudem mit den Kooperationspartnern, die ebenfalls Presse zu Besuch hatten. Eine Übersicht über alle Angebote, die sich besonders für Pressebesuche eigneten wurde erstellt und bereitgehalten. Für die Gäste wurde eine Laufkarte erstellt, auf der die zu besuchenden Klassen mit Klassenzimmern sowie den jeweiligen Uhrzeiten vermerkt waren. Außerdem wurde den Gästen ein Lageplan zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

Umsetzung:
Am Aktionstag wurden die Gäste aus den ZEAs um 9:30 Uhr von Schülergruppen mit jeweils einer Begleitperson abgeholt. Die Schüler bekamen eine kleine Führung über das Gelände. Es gab einen zentralisierten Infopoint für alle ZEA-Schüler, an dem auch (Schüler-)Dolmetscher bereitstanden. Alle Schüler der ZEAs trugen ein buntes Festival-Armband. Die Farbe verdeutlichte, welches Angebot die SchülerInnen besuchten. Am Infopoint sammelten sich alle Gäste und warteten in gelassener Stimmung auf ihre Einteilung und Zuteilung. Die KlassenlehrerInnen sammelten ihre Gäste jeweils hier ein. Die Aktionen verliefen ganz nach Plan. Einige Klassen weiteten ihre Besuchszeit ein wenig aus, da man sich so viel mitzuteilen hatte, bzw. weiter zusammen arbeiten wollte. Das wurde jeweils mit dem Abhol- und Bringservice koordiniert. Um 15:30 Uhr wurde die letzte ZEA-Schülergruppe von Schülergruppen zuhause in den ZEAs abgesetzt.

 

 

 

 

Ergebnis:

Der Aktionstag war ein voller Erfolg, sowohl nach den Maßstäben der LehrerInnen als auch nach denen unserer SchülerInnen. Ganz besonders hat das Programm unseren Gästen aus den ZEAs gefallen. Der Aktionstag in Zahlen: Alle 29 Klassen haben einen Beitrag zum Gelingen des Aktionstages geleistet. Wie geplant haben alle Klassen ein interkulturelles Training erhalten. Es waren 127 Schülerinnen und Schüler aus den Zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen aus der direkten Nachbarschaft zu Besuch und haben neun unterschiedliche Angebote zum gemeinsamen spielen, singen, tanzen, essen und Sport treiben wahrgenommen. Zitat der Schüler: „Kommen wir morgen wieder? Bitte!“. Zwei Klassen haben bereits jetzt Pläne, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Eine dritte ist bereits in der konkreten Planung einer gemeinsamen Musik-Aktion. Es hat 6 Vorträge von Open Eyes Open Hearts gegeben. 2 Klassen haben jeweils syrische Spezialitäten in den Schulküche zubereitet. Der Imam der Zentrumsmoschee hat die 6b besucht und mit den Kindern über den Islam in Deutschland gesprochen. Er hat die Klasse zu sich in die Moschee eingeladen, da der Besuch und der Austausch so ergiebig war. Man will in Kontakt bleiben. Der Fotokünstler Kevin McElvaney hat die SchülerInnen der 10b sehr beeindruckt und tiefe Einblicke in politische Fotokunst gegeben. Produkte folgen hoffentlich

noch. AFS hat die 6c in Interkultureller Kompetenz geschult. Die spielerischen Ansätze haben den Schülerinnen und Schülern besonders gut gefallen. Die Klassen 6a und 6d haben den Schulhof mit einer Vielzahl von Flaggen der an der Schule vertretenen Nationen geschmückt. Es sind 228,50 € von der Klasse 7b an Spenden für unseren Kooperationspartner Open Eyes Open Hearts gesammelt worden. Alle Gäste haben am Ende gemeinsam mit ihren Gastgebern in unserer Mensa essen können, was von der Schulleitung organisiert wurde. (Fotos: Cläre Bordes und Bernadette Brandenburg)

 


 

 

Das macht Schule Kommentar: Ihr macht Schule! Mit eurem Engagement zeigt ihr, was alles möglich ist!