Der Apfel ist in aller Munde

Steckbrief

Freies Projekt

93336 Altmannstein (Bayern)

Grundschule Pondorf

Projektleiter: Silvia Recum

Klassenstufe: 3

Teilnehmer: 9

Läuft bis: 20.11.2014

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Wir haben das Schuljahr unter das Motto “Apfel” gestellt und besuchen auch einen obstanbauenden Familienbetrieb, werden Äpfel “zerlegen”, Saft pressen, essen und ein Apfelfest feiern.

 

Ziel war es, mit den Schüler/innen einen dokumentarischen kurzen Film zu drehen, der als Unterstützung zur Bewerbung als Umweltschule in Europa genutzt werden sollte. Da das Jahresthema der Grundschule Pondorf „Apfel“ lautete, lag das Thema auf der Hand.Mit Hilfe eines Arbeitsblattes legte man den groben Ablauf des Films vorab fest. Welche Geschichte wollte man darstellen, was gibt es über den Apfel alles zu erzählen? Welche Inhalte über den Apfel sind spannend? Hierbei sollten die Klassen 1 bis 4 eingebunden werden. Es wurde eine Flip-Cam mit integrierter Software zur Erstellung des Films für 4 Wochen ausgeliehen.

Als nächster Schritt wurde geprüft, ob die Ideen umsetzbar sind, wo und wann gedreht werden und welche Interviewpartner angesprochen werden sollten. Aufgaben wurden verteilt. Hierbei stellte sich heraus, dass der ganze Film nicht während der Schul- und Unterrichtszeit erstellt werden kann. Die einzelnen Szenen mussten in der Freizeit gedreht werden, z.B. in der Pause, nach der Schule, in der Mittagsbetreuung, sonntags, am Ausflugsort. Somit schränkte sich auch der Personenkreis ein, der die Interviews führen wollte/konnte. Einverständnis der beteiligten Personen zum Drehen für die Vorführung in der örtlichen Schulfamilie und für die Bewerbung als Umweltschule wurden eingeholt. Ein Einverständnis für das Zeigen im Internet liegt nicht vor. Die meisten Kinder hatten keine Vorstellung vom „Film machen“. So wurde ihnen grob erklärt, wie sie als Reporter oder Darsteller im Film agieren sollten, um das Thema auch spannend, abwechslungsreich und unterhaltsam zu präsentieren. Sie durften sich ausprobieren.
So war es eine spannende Erfahrung. Sie nahmen eine gestellte Szene auf, die vorher geplant wurde und in der auch festgelegt war, was zu sagen ist. Und es war gar nicht so leicht, wie ein Reporter zu wirken und den vorher auf Regiekarten gedruckten Text fehlerfrei in die Kamera zu sprechen. Hier war Konzentration gefragt. Ungewöhnlich war es für die Kinder, sich selbst nach der Aufnahme auf der Kamera zu sehen, zu hören und kritisch zu beurteilen, ob die Aufnahme so passte oder wiederholt werden sollte oder was sie an ihrer „Moderation“ ändern mussten. Sie sahen nun selbst, wie sie auf andere wirkten und wie die Körpersprache beim Zuschauer ankommt. Kreativität und Fantasie war gefragt, wenn es um die Darstellung der Szene und die Kameraeinstellung ging. Die Szenen wurden auch nicht in der Reihenfolge abgedreht, wie sie im abschließenden Film gezeigt wurden und so überraschte das Ergebnis des Films die Kinder sehr. So konnten die Kinder im Hinblick auf den eigenen Fernsehkonsum kritisch hinterfragen, was man nach Abdrehen noch alles „hinzu- oder wegschneiden“ könnte. Mit Fortschreiten der Zeit vor der Kamera wurden die Kinder sicherer und routinierter und manch einer entdeckte seine Freude und sein Talent in Sachen Moderation.

Film drehen ist eine spannende Sache, kostet aber sehr viel Zeit, die in der Schule fehlt, wenn es keine Ganztagsschule ist, die das Projekt als Nachmittagstätigkeit anbietet. Dies ist ein schönes Projekt, welches grundsätzlich die Fähigkeit zu genauer und konzentrierter Wahrnehmung, zur Verarbeitung von Sachinformationen und Darstellung eines Projekts nach eigenen Vorstellungen fördern soll. Auch was die Interviewführung angeht, war es eine gute Übung. Man muss bestimmte Dinge beachten, freundlich sein, den Interviewpartner ausreden lassen, Blickkontakt halten, eine konkrete Frage stellen. Die Kinder lernen, Sachverhalte zu recherchieren, sie zu hinterfragen und Informationen durch „Fachleute“ einzuholen, z.B. in vorher erarbeiteten Fragen zum Thema. Da zum Film drehen, Reporter, Regie, Kameramann und Ton gehören, ist Filmarbeit immer Teamarbeit. Das abschließende Schneiden und Auswerten des Films, das Setzen der Szenen in die schon vorher festgelegte Reihenfolge und das Brennen auf DVD wurde von der Lehrkraft übernommen. Am Ende der Filmarbeit und bei der Vorführung waren die Kinder mächtig stolz auf ihr Werk ! Der eine oder andere, der nicht mitgemacht hatte, bereute dies nun. Vielen Dank an „Das macht Schule“ für die kostenlose Leihgabe der Kamera. So konnten wir unsere Projekt-Idee in die Tat umsetzen.